2016


Der Stern

Heisser Tee für Gäste auf dem Hochhausdach 21. Stock. (Foto vom 22. Dez. 18:43 Uhr)

Bereits am späten Nachmittag schleicht sich an der Hauswand der Nebel hoch. Er verschlingt seelenruhig alle bunten Lichtgarben, -kugeln, -regen und es bleiben nur Knallen, Heulen und Pfeifen. Eigentlich gäbe es für mich in den letzten Stunden des alten Jahres noch eine Menge zu tun, wollte ich fixfertig aufgeräumt ins neue treten, aber ich lasse alles liegen und nehme noch einmal die zahlreichen Weihnachtskarten zur Hand mit den Wünschen, die ich hier weitergebe:

Kraft
Energie
Glücksmomente
Gesundheit
Zeit, um anzuhalten und
vorwärts zu schauen
Zufriedene Füsse
Freundschaft
Hoffnung
Offline mit dem Alltag und
online mit den Lieben um uns
Zeit für Dinge, die dir gut tun und
die du richtig gerne machst
Gelegenheit, um Erinnerungen zu pflegen,
die Gegenwart zu besprechen und in
die Zukunft zu schauen

Une très bonne année 2017

Lauchernalp
Foto (2nd, female) vom 31.12.2016, 17:41

Walliser-Alp – wo sich gerade ein Teil der Blogk-Familie aufhält – 1970 m über Meer nebelfrei

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Aus: Das Magazin No 51/52, 24. Dezember 2016

78 drängende Fragen des Lebens, von Expertinnen und Experten erklärt.

1. Frage
Was ist der Sinn des Lebens?

Der Sinn des Lebens verbirgt sich hinter diesen drei Fragen:
Was ist der richtige Zeitpunkt?
Wer ist der wichtigste Mensch?
Was soll ich tun?
Der richtige Zeitpunkt ist der Augenblick. Nur über ihn haben wir Gewalt.
Der wichtigste Mensch ist der, mit dem uns der Augenblick zusammenführt; denn niemand kann wissen, ob wir es noch je mit einem anderen zu tun haben werden.
Das wichtigste Werk ist, dieser Person Gutes zu erweisen – denn nur dazu ist der Mensch ins Leben gesandt worden.

Leo N. Tolstoi, russischer Schriftsteller, in: «Die drei Fragen»

Baum 16

Ein Baum aus dem Bremgartenwald.

Sie schmecken nach Mandeln und Orangen mit einem Hauch von Kirsch (?), sind schlicht rund, nur kurz gebacken, etwas blass und zergehen einem auf der Zunge – die diesjährige limitierte Weihnachtsguezli-Kreation aus der Backstube von 2nd, male heisst „Macaron Bhumibol„. Am Familientisch erinnern wir uns an die „Fleurs de Kaboul“ von 2005. Seitdem gibt es immer wieder eine neue, auf nur eine Weihnacht limitierte Sorte, die einen Namen zu einer politischen Aktualität des vergangenen Jahres bekommt.
Könige der festlichen Erzeugnisse sind und bleiben die Spitzbuben mit der Geleeüllung aus der eigenen Küche.
Die kleinen Krähen haben gezeichnet und geschrieben, verschenken allen Familienmitgliedern einen äusserst grosszügigen Komplimente-Brief. Nun habe ich es schwarz auf weiss: „Du bist nämlich nicht nur die gescheiteste, sondern auch die schönste, grosszügigste und liebste Grossmutter der Welt. Wir versuchen auch im 2017 das aller Beste. HO HO HO HO HO, fröhliche Weihnachten.“
(Danke, ihr Lieben, auch ich versuche im neuen Jahr das Allerbeste!)
Endlich kann ich eine langjährige Bildungslücke schliessen, denn neben anderen interessanten Büchern besitze ich nun eine feine Ausgabe „Anleitung zum Unglücklichsein“.
Wenn Scheren und Messer nur noch schneiden „wie ne tote Hung biisst“ (wie ein toter Hund beisst), freut man sich über die scharfen Neuen.
Köstlich fanden wir alle die Golf-Nudeln aus der VW-Servicefactory Wolfsburg, Mitbringsel von einem Arbeitseinsatz. (Serviettenhalter mit Mercedes-Logo müssen dann nicht unbedingt sein;-))

Es war wieder ein turbulentes Weihnachtsfest mit ein bisschen überdrehten Kindern und eigentlich müden Erwachsenen, feinem Essen, gutem Wein. 2nd, male spielte auf dem Klavier einige jazzig angehauchte Weihnachtslieder, zu welchen nun auch unser jüngstes Familienmitglied (2nd3rd, female, 13 Monate alt) tanzen wippen konnte.

Pauluskirche

Ehrlich gesagt komme ich mir in dieser Christnacht meinem Quartier gegenüber ein bisschen untreu vor, besuche ich doch den Gottesdienst mit Tochter und Enkelin in einem anderen Stadtteil. Der Grund: zwei Familienmitglieder singen im Weihnachtschor.
Am Eingang verteilt der Sigrist den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern eine Kerze. An der prächtigen Weihnachtstanne glitzern Sterne und Kugeln mit den Orgelpfeifen (2300 Stück!) um die Wette. Die Glocken läuten. Der Chor, geführt von einem jungen Dirigenten, jubiliert In Dulci Jubilo. (Muss meine Tochter, ehemalige Flamencotänzerin, daran hindern zu klatschen und Olé zu rufen).
Der Pfarrer streicht sich nun auf diskret schwarzem Tablet durchs Gebet und dann durch die Weihnachtsgeschichte nach Lukas, Kp. 2. Wie viele Jahre ist es her, seit ich diese wieder einmal erzählt bekomme? Sehr feierlich – ich kann sie immer noch auswendig von „Es begab sich aber zu der Zeit…“ bis „… wie denn zu ihnen gesagt war.“

In flottem Tempo und mit freudigem Elan nimmt der Dirigent die Gemeinde mit auf die Fahrt durch die alten Weihnachtslieder Ros‘ entsprungen, Ehre-sei-Gott- in- der- Höhe-Kanon – klingt voll und rein, Stille Nacht und Oh du fröhliche ebenso. Kein Wunder, hier singen viele Lehrerinnen und Lehrer, Leute, die ein Instrument spielen, Mitglieder von Orchestern. Sie kennen die Lieder auswendig.
Der Sigerist zündet die Kerze an und gibt das Feuer weiter. Dieses Licht vom Nachbarn nehmen passt mir weit besser als das „U-itz-gäbe-me-alli-enand-d’Hand“ – nur peinlich.
Noch ein Himmelhoch vom Chor, dann die Fürbitte und die Kollekte für palästinensische Frauen und ihre Kinder und die Flüchtlinge in Bern. Dann Segen ohne Tablet. Der junge Organist lässt es fröhlich durch alle 2300 Pfeifen brausen. Gesittet rückt man dem Ausgang zu. Als ich meinen Batzen in den Opferstock fallen lasse, gibt es kein Geräusch, die Blechpinte ist bis obenhin voll mit Noten.
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Noch nie habe er so viele Tannenbäume verkauft wie in diesem Dezember. Zahlreiche Kunden und Kundinnen seien zum ersten Mal zur Verkaufsstelle im Bremgartenwald gekommen, erzählt der Förster. Je böser es in der Welt zu und her gehe, desto mehr hätten die Menschen das Bedürfnis, einen Baum zu schmücken – oder mögen sie einfach beim Grossverteiler keinen angetrockneten mehr kaufen? Herr Werder weiss es nicht, hat alles geholzt, was an Tannenbäumen „nache“ war und weiss, dass nur noch kleine und mittlere Rottannen für den letzten Ansturm übrigbleiben. Unseren Baum, eine zweieinhalb Meter grosse Nordmanntanne, bekam er gestern aus dem Wald seines Freundes – die letzte in dieser Grösse.
Obwohl der Hochnebel keinen Sonnenstrahl durch lässt und sich nirgends ein Flöckchen Schnee verfangen hat, ist die Stimmung zwischen Tannenbäumen, Feuerholzbeigen, Deckästen und Mistelzweigen friedlich. Der Förster sorgt dafür, dass der Baum sicher transportiert werden kann und zu Hause in die Halterung passt.

Jedes Jahr nehme ich mir vor, einen sogenannt „besinnlichen“ Advent zu machen mit vier roten Kerzen, *Vorlesebuch für die Enkelkinder und früh eingekauften Geschenken. Aber immer kommt etwas Unvorhergesehenes dazwischen, so dass ich ausser dem Türchen im Adventskalender nur wenig Besinnliches zu Stande bringe.
Schön und festlich war die Party meiner beiden Töchter, die ihren Dezembergeburtstag zusammen feierten, mit Fondue riche beim Feuer im Garten mit vielen warm eingepackten lustigen und interessanten Gästen.
Daneben gibt es aber Dezember-Erinnerungstage, an welchen uns Familienmitglieder und Freunde abhanden gekommen sind, weil sie nicht mehr leben wollten. Das macht traurig, und wenn sich ein solcher abrupter Weggang jährt, hat man wieder einige schlaflose Nächte. Dazu kommen die schlimmen Nachrichten aus der Welt. Lässt man das Feiern nicht besser bleiben?

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Panettone

Zusammen mit dem Rest der Blogk-Familie ausserhalb des Fotos (jaja, unscharf, Frau Susanne;-() wird der Panettone „Boella Crema Arancia“ bis auf den letzten Krümel aufgegessen.

Damit der Panettone wachsen kann, braucht es Zeit. 72 Stunden lang wird der Teig gehätschelt, behütet, gewärmt gekühlt, gebacken und dann wieder sanft abgekühlt (… raffredare lentamente). Am Vortag nehmen die Bäcker den Mutterteig aus der Schüssel und teilen ihn in Stücke, kneten Mehl und reine Butter hinein.
Währen der Nacht wächst der Teig über sich selber hinaus. Steigt über den Schüsselrand empor (… il bordo della ciotola). Kräftige Männerarme nehmen ihn in Empfang, falten und kneten ihn von Hand und mischen zuletzt die Zutaten hinein: Sultaninen aus biologischem Anbau und kandierte Fruchtstücke, sonst nichts. Deshalb schmeckt der Panettone genau so wie er muss.
Jeder Panettone wird heute noch mit grosser Sorgfalt von Menschen für Sie eingepackt.

Ich liebe diese „Geschichten“ auf Verpackungen von italienischen Lebensmitteln. Sollten wir uns nicht auch Zeit nehmen, um zu wachsen, und über den Schüsselrand empor zu steigen? Hätscheln, behüten, wärmen, sanft abkühlen und dabei genau werden, wie man muss!
Der Panettone (ich meinte immer, Panettone sei weiblich) war, wie alle Jahre zuvor, ein Geschenk von meiner Schwester Rosy.
Merci 1000!

Herr und Frau Muthunayagam haben für diese letzte Woche vor Weihnachten 36 Maschinen Wäsche eingeschrieben. Jedes textile Fetzchen, welches Wasser verträgt, soll bis zum Fest gründlich durchgespült sein. Frau Flühmann im 20. Stock regt sich über solch massive Besetzung der Waschmaschinen heftig auf. Bei Muthunayagams sei sowieso immer alles blitzblank und dieser Ansturm auf den Waschsalon völlig unnötig.

Anfangs Dezember klebt der Hausmeister ein Merkblatt mit seinen Putzterminen in den Lift. Die Mieterinnen und Mieter werden gebeten, alle Gegenstände, die sie vor der Wohnungstür stehen haben, wegzuräumen, denn der Vorraum wird gefegt und poliert. Im Gegensatz zu anderen Mietshäusern ist es bei uns erlaubt, „Gegenstände, die den Eingang zur Wohnung verschönern“ hinzustellen.
(Selten wird in diesem Fall über Geschmack gestritten. Das triste Bild mit den braun und violett ineinanderlaufenden Spiralen, welches meine Nachbarin zwischen unsere beiden Wohnungstüren gehängt hatte, wechselte ich erst nach fünf Jahren aus nach einem längeren Gespräch mit ihr.)

Obwohl im Block ein grosser Teil der Bewohnerinnen und Bewohner nach dem Buch kein Christfest feiern, hängen jetzt an vielen Türen Weihnachtsdekorationen in Form von Kränzen, Kugeln, Glocken, Bändern, Schneemännern und Engeln. Es gibt kaum eine Wohnung, in welcher nicht mindestens ein Plastikbaum mit bunten Kerzen aufgeklappt wird.

Im Sommer achtet man kaum darauf, dass unsere Strasse nach einem der drei Weisen aus dem Morgenland benannt ist. Erst in der Adventszeit denkt die Eine oder der Andere vielleicht kurz an den König von Nubien und Arabien, der einem Stern nach ging in rotem Mantel und mit Gold im Gepäck.

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Schon wieder ein voller Mond! Und weil die Romantik in diesem Blog immer zu kurz kommt, richte ich mal mit der vollen Kelle an.
Aber nicht nur deshalb. Ich liebe die Songs von dieser Frau. Neben ihrer Musik kann sie auch Humor. Dass Männer Panzer und geklonte Schafe nach ihr benennen, hält sie in ihrer Kunst nicht auf: „Es gibt einfach keine bäääääähd publicity“.
Beeindruckend ist auch die Gründung ihrer „Imagination Library“. Eltern können ihr Kind anmelden, damit es von der Geburt an bis ins Kindergartenalter jeden Monat ein Buch geschenkt bekommt. „Book Lady“ Dolly Parton hat Kindern Millionen von Büchern geschenkt.

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Der Glockenturm spielt – immer drei Minuten vor dem Stundenschlag der Kirchen – eine kurze Melodie. Heute ist es „Leise rieselt der Schnee“.
Etwas Schnee liegt nur auf den Bergketten am Horizont. Trotzdem ist ein früher Morgen mit Rauhreif vom 16. Stock aus gesehen auch zauberhaft.

Wald mit Rauhreif

Blick von meinem Balkon Richtung Nordwesten zum Jura.

2 Bäume

Rauhreif in die Reihenhausgärten vor meinem Block.

Pausenplatz

Der Pausenplatz mit Schulhäusern. Unsere Kinder sitzen – welch ein Glück – im Warmen.

Über die Winter in meiner Kindheit habe ich hier geschrieben. Schifahren, meist auf zu langen Latten und und in unpassenden Schuhen, war bei tiefem Schnee eine Notwendigkeit, weit weg von jeglichem Vergnügen. An einem nebligen Morgen kam ich zu spät zur Schule. Ich hatte mich auf einem Feld verirrt, traf immer wieder auf meine Schispur und fand eine zeitlang den Weg ins Dorf nicht mehr. Meine Eltern hatten den ganzen Winter damit zu tun, täglich den Fussweg vom Bauernhaus hinauf zur Dorfstrasse frei zu schaufeln und Fenster und Türen von Schneewechten zu befreien. Auf und über dem Sitzofen wurden die durchnässten wollenen Winterkleider getrocknet. Daran und an den Geruch in der Wohnstube erinnere ich mich jedes Mal, wenn ich die Schneeanzüge, Jacken, Handschuhe und Mützen meiner Enkelkinder aufhänge, alle aus diesen bunten, leichten, wasserdichten Materialien und im Nu trocken.

Mit Schnee an Weihnachten sei nicht zu rechnen, melden die Meteorologen. Im Berner Oberland schneien die Kanonen weisse Bänder in braune Landschaft.

Turnier III

Liebe jüngere grosse Tochter

Herzliche Glückwünsche zu deinem Geburtstag!
Diese Sommerfötis von „deinem“ Fussballturnier passen gut zu dir: du kannst Menschen begeistern und bei Kindern das Beste herausholen.
Einen frohen Start ins neue Lebensjahr und viel Mut, Schwieriges in Angriff zu nehmen.

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