Lebenshilfe

Also, ich finde das tägliche Leben viel leichter als früher. Früher musste ich amigs überlegen, wie ich einen angefangenen Beutel verschliessen sollte – mit einem Gümmeli, einem Klämmerli, einem Drähtli oder sogar mit einem Schnürli? Als ich heute das Lödli mit den Sonnenblumenkernli aufmachte, war daran ein Kleberli geklebt mit einem Bildli drauf, wie ich 1. das Säckli aufrollen und 2. das Rölleli mit dem Kleberli verkleben soll. Nun kann nichts mehr passieren mit den Widerspenstigen. Sowohl Kärnli, als auch Schränkli bleiben sauber. Auch auf der schmalen Plastikhülle, in welche meine Strümpfe verpackt sind, steht, dass man sich dieses Säckli ja nicht über den Kopf ziehen soll. Ich habe allen, die mir lieb und teuer sind, das Plastiksäckli anprobiert. Zum Glück hats niemandem, nicht einmal dem kleinsten Kleinkrähchen gepasst, und ich darf weiterhin bei dieser Strumpfmarke bleiben. Als ich letzthin eine neue Duschmatte kaufte, las ich auf der Verpackung : „Bitte nach Gebrauch Seife auf beiden Seiten abspülen“. Das mache ich gerne, spüle nach jedem Duschgang die Matte oben und unten ab, beuge der Rutschgefahr vor. Zum Glück steht auf dem Zellophanhülleli, das eine Packung Bouillonwürfel zu einem nur schwer zu knackenden Gemüsetresor macht: „Verpackung zum Verzehr nicht geeignet“. Am Oleanderstöckli hing ein Schildli mit einem durchgestrichenen Apfel „on-eetbaar“. Ohne diese Info hätte ich das O-Bäumli doch glatt in die Suppe geschnetzelt. Dem Wetter-Mann im TV bin ich dankbar, wenn er mich spät nachts daran erinnert, dass von irgendwo her ein Sturmtief heranbrausen und vorsichtshalber das Einrollen der Sonnenstore angesagt sei. „Dieses Produkt eignet sich nicht zum Rohessen.“ Nun koche ich die Bohnen immer und meide sämtliche rohen Bohnengerichte, zu welcher Tradition auch immer sie gehören mögen.