Mit Enkel und vollem Einkaufswagen stehe ich beim Orangen Riesen an der Kasse. Die wackelige Greisin vor mir hat der Kassierin den Geldbeutel gereicht. Nun zählt die junge Frau die paar Batzen, schüttelt den Kopf: „Es reicht nicht. Sie müssen etwas zurück geben.“ Die alte Frau schaut auf ihren Einkauf: Ein Ruchbrot, eine Budget-Packung Fruchtbonbons, zwei Bananen. „Ja, was soll ich denn am besten hier lassen?“, fragt sie bekümmert.
„Wieviel fehlt denn?“ mische ich mich ein. „1 Franken“, bedauert die Kassierin. „Hier, bitte.“ „Oh, merci vielmal, es gibt doch noch liebe Menschen“, strahlt die Frau und packt den Einkauf hurtig ein.
„Wenn ich mir vorstelle, dass ich auch einmal in ausgetretenen Hausschuhen an der Kasse stehen könnte und ich hätte einen Franken zuwenig, muss ich fast gränne“, jammerte ich auf dem Heimweg.
Mein elfjähriger Enkel: „Das wird dir sicher nie passieren, denn wir sind ja da. Mein Vater hat einen relativ sicheren Job, meine Mutter auch und ich bin auf dem besten Weg dazu, auch eine gute Arbeit zu finden.“
Sagts und hüpft mit dem schweren Einkaufs-Rucksack vor mir her – ich zweifle nicht daran – einer guten Arbeit entgegen.