Unsere ersten Bohnen aus dem Schulgarten, 18. August 2021

Lauch, Rosen-, Blumen-, Grünkohl, Rot- und Weisskabis – dieser von Mutter und Grossmutter in Surchabisbocki gehobelt und mit einem Surchabisbockistein über Holzbrett beschwert – konnten niemals mithalten. Bohnen waren für mich das Königsgemüse. Je nachdem, auf welcher Höhe und auf welchem Boden wir gerade wohnten, gediehen auch Bohnen, sei’s am Busch oder an der Stange. Die ertragreichsten Ernten fuhr mein bohnenverrückter Vater in seinen letzten Lebensjahren ein. Hier, auch als Erinnerung für die Familie, ein paar alte Fotos aus dem Album:

Wie überall im Haus wo etwas noch ein bisschen halten sollte, waren Schnüre für Vater unentbehrlich. Diese Bohnenharfe hat er 2004 im Alter von 93 Jahren gespannt.
Um das Pflücken so richtig geniessen zu können, baute sich Jakob – wie könnte es anders sein – eine Leiter, die ihn sicher dem Bohnenhimmel entlang führte.
Bei einem so prächtigen Ertrag sei mindestens ein Schmunzeln angebracht. Links im Bild sieht man das Leibgetränk meiner Eltern, dem sie bis ans Lebensende die Treue hielten.
Im vergangenen April konnte Familie Blogk den Schulgarten nach hartnäckigen Verhandlungen bis oben in die rot-grüne Stadtverwaltung wieder übernehmen. Wie hier schon beklagt, sah der Garten nach der „Zwangsräumung“ im Dezember 2020 erbärmlich aus. Pflanzen, die wir ausgegraben und verschenkt hatten, hinterliessen uns glücklicherweise zahlreiche Ableger.
Erst als der Hausmeister neben jedes mickrige Pflänzchen ein paar Bohnen aus dem Kosovo in die Erde steckte, begannen alle zu wachsen.
Neben Sonnenhut, Ringelblumen, Jungfer im Grünen, Pfingstrosen, Knoblauch, Minze, Himbeeren freuten wir uns am Schlafmohn. Wahrscheinlich werden wir seinen Platzansprüchen aber bald einmal Einhalt gebieten müssen.
Bald wird die Kürbisranke auch die Stangen empor klettern.

Das Bohnentipi hinter den Dahlien hat in der Topinamburstaude eine riesige Nachbarin erhalten.

Wer findet den grünen Kürbis im Bohnenlaub?
Der Schwalbenschwanz nimmt auch mit den Fenchelstauden Vorlieb, wenn der Dill das Regenwetter und Schneckenraspeln nicht überlebt.
Meine Nichte Cornelia meint zwar, sie sei ohne grünen Daumen vom Himmel gefallen, aber chüderlen ersetzt den Vielgepriesenen. Danke für das Foto! Den Bohnen beim Wachsen zusehen geht auch auf Balkonen und Terrassen und macht Freude. Allen Bohnenliebhaber*innen einen schönen Tag. Rankt euch an den verkrümmtesten Stecken und Stangen empor und blüht nach Herzenslust.