Ich war ganz überrascht ob diesen Unmengen von Leuten, die uns grüssen gekommen sind. Es kamen mehr als 130 Personen. Der Jüngste war zwei Jahre und der Älteste 80 Jahre alt. Ich habe 16 Jahre in diesem Block gewohnt und erst jetzt vielen MitbewohnerInnen die Hand geschüttelt. Einige Leute wohnen über 30 Jahren in diesem Block, der 1972 gebaut wurde, und waren noch nie im Gemeinschaftsraum. Wir waren die Ersten, die die Türe für alle aufgemacht haben. Die MieterInnen hatten grosse Freude und hiessen uns herzlich willkommen. Auch der Verwalter, der sich kurzfristig einladen liess, war begeistert von der Idee des Begrüssungsapéros, von den vielen Gästen und unserer gut durchdachten Organisation.

Die Begegnung war nicht nur für uns wichtig. Die BewohnerInnen unter sich haben die Gelegenheit auch genutzt, um sich Zeit für einander zu nehmen. Es wachten alte Erinnerungen auf und es wurden beinahe unglaubliche Geschichten erzählt.

Die Königskuchen waren ein wahnsinns Erfolg. Der Bäcker, 2nd male, und die Bäckerin, 2nd2nd female, bekamen unzählige Komplimente. Nächstes Jahr wollen sie noch mehr Kuchen backen.

Liebe Blogk-Familie, aller herzlichsten Dank für eure Hilfe!

Dreikoenigstag mit Hauswart

… kann vorbeikommen. Mein Mann hat angefangen. Als Hauswart im Block.

Die Ladenstrasse war vor dreissig Jahren unser ganzer Stolz. Kein anderes Quartier besass so etwas. Es gab einen Schuhmacher, eine Kleiderreinigung, einen tunesischen Laden, dessen Besitzer einem magrebinischen Spezialitäten besorgen konnte. Milch, Gemüse, Eier, Fleisch und Blumen brachten die Bauern aus der Umgebung in den Lebensmittelladen. Die Kioskfrau kannte alle Kinder, und die Apothekerin bereitete bei Bedarf Warzensalbe oder Läuseshampoo zu. Das Ganze war einem orientalischen Bazar nicht unähnlich. Abends kam dann der mürrische Hauswart von Block C mit seiner schweren Putzmaschine, spritzte Seifenlauge hektoliterweise, saugte sie mit dem Ungetüm wieder ein. Für eine Weile konnte man nur sehr vorsichtig und unter strengen Blicken passieren.
Die Ladenstrasse hat ihren Glanz längst verloren. Letzhin schloss auch der Kiosk. Ich vermisse die Frauen und Männer in ihren Regenmänteln, Pyjama- und Trainigshosen, die in der Frühe ihre Romanheftchen, Zeitungen und Zigaretten kaufen.
Das Putzen wird nun von einer Frau erledigt. Sie kommt immer vor acht am Morgen. Ich kenne sie nicht. Sie trägt einen langen Rock und ein Kopftuch und schaut niemanden an. Ich grüsse trotzdem. Bis jetzt putzte sie den Boden mit einem feuchten Wischer, aber heute schiebt sie das alte Ungetüm vor sich her, spritzt Seifenwasser und saugt es hinterher auf. Ich sehe, dass sie eigentlich noch ein Mädchen ist. Die Maschine ist viel zu schwer, dreht sich ein bisschen im Kreis. Trotzig schaut die junge Frau unter dem Kopftuch hervor, versucht das Ungetüm zu zügeln wie ein Pferd.
Ich kann mit gut vorstellen, dass sie das schafft und bald auch so streng schaut wie der alte König Hauswart.

So ein Kräutchen der besonderen Art, welches die Lebensgeister weckt, die Gedanken belebt, das Herz erwärmt und einen verzaubert ist das Buch von Irene Dische „Grossmama packt aus„. Ich lese jetzt noch die letzten 65 Seiten.
Gute Nacht – Laila tow – Bonne nuit!

Gerade ist mir „parat“ wieder eingefallen, ein Wort aus dem Lateinischen ins Berndeutsch gerutscht, das ich lange nicht mehr benutzt habe. In meiner Kindheit war es die Steigerung von „fertig“, vollste Aufmerksamkeit war angesagt. Kein Trödeln, die Schuhe gebunden, das Taschentuch sauber, Schnur und Messer im Sack.
Man war für den Tag, ja, fürs Leben gerüstet.
Ich bin sicher, ihr seid alle parat für den Start ins neue Jahr. Viel Glück!

Neujahrsnacht im Blogk

Alles Gute von uns in die Welt hinaus. Und gerne auch umgekehrt.

„Lieber ein kleiner, harmloser Vorsatz als ein grossartiger Plan, der sich nicht einhalten lässt“, rät der Berner Psychologe August Flammer.
Deshalb habe ich beschlossen, im neuen Jahr beim Gehen immer von der Ferse über den äusseren Rand der Fussohle hin zur grossen Zehe abzurollen.
Ein gutes neues Jahr!

Es ist Nacht und wir halten Wacht:

1st über ihre Mutter, die Pflege braucht, auch wenn sie nicht immer will.

2nd2nd über einen kleinen Jungen, dessen Künstler-Eltern gegen kollidierende Termine kämpfen.

Ich und 2nd, male, wachen über den hustenden 3rd und arbeiten noch ein wenig, bevor das Jahr zu Ende ist.

Deshalb die Ruhe hier im Blogk.

und zieht man dran, kommt ein ganzer Berg von Restenstoff Geschichte(n) gerollt.

Zum Beispiel bei Kaltmamsells „Ich hab‘ nichts gegen..“

Und im heutigen Bund zu den Roma, die dem Teufel ab dem Karren gefallen, aber doch noch Menschen mit Rechten sind.

Danke Herr Pfarrerssohn, dass Sie endlich die „exzessiven Rechtschutz“ in der Asylpolitik dieses unseres Landes angehen.

Wir hatten jetzt wirklich genügend Zeit, die Kerzlein anzuzünden vor dem Bundeshaus. Und das Apfelbäumchen, das lächerliche, das sollen andere pflanzen. Aber ganz sicher nicht in Ihr Gehege.

Nein, nein, es handelt sich hier nicht um eine Mohnsorte aus der Region am Hindukush. Es ist die neueste Création aus 2nd males weihnächtlicher Balkon-Backstube. Das Gebäck in Blumenform schmeckt leicht nach Schokolade und Orange und ist bestreut mit sehr fein geriebenen Mandeln. „Fleurs de Kaboul“ sind eine würdige und wie ich finde auch aussergewöhnliche Hommage an diese Stadt.
1978 ging man in der Chicken Street über dunkelrote Afghan-Teppiche. Die Händler wollten damit zeigen, dass ihre Ware jeder Strapaze Stand hielt, selbst derjenigen von Eselskarren und Pferdetaxis. Man konnte einfach alles kaufen. Meine Tochter wurde von einem Restaurantbesitzer mit einer dicken Scheibe Emmentalerkäse beschenkt. Mir wurde empfohlen, als Frau einen Füllfederhalter dabei zu haben, aus welchem man im Notfall zwei Schuss Munition abgeben könnte. Wie bereits in Peshawar, lehnte ich diese Angebot auch in Kabul freundlich ab, obwohl der Händler den erstgenannten Preis massiv senkte.
1979 schien die Stadt wie ausgestorben. Im Guesthouse hörten die Leute unter einer Wolldecke BBC. Kabul hatte eine Ausgangssperre, und die Hunde frassen die zurückgelassenen Hühnchen aus den Gefriertruhen der ausländischen Botschaften. In einem Innenhof mit Garten schaute der Besitzer mir zu, wie ich die Zweige seiner kostbaren Apfelbäumchen schnitt. Ich hatte ihm vorher erzählt, dass ich dasselbe bei tausenden von israelischen Bäumen getan hätte und diese wunderbar wuchsen. Er fand dann, was für die Israelis gut sei, könne ihm auch nicht schaden.

Spitzbuben Johannisbeer

Spitzbuben Quitte

Der Puderzucker schneit erst unmittelbar vor dem Verzehr darüber. Wer in Bethlehems Nähe ist, darf klingeln und probieren. Wir wünschen allen ein schönes Weihnachtsfest, mit viel Bescherung und wenig Streitereien.

Mailänderli auf dem Tisch
Mailänderli auf dem Balkon
Mailänderli auf dem Balkonstuhl

Eigentlich hatte ich vor, die nötigen Einkäufe heute Nachmittag „im Schnuuss“ zu machen, d.h., den Orangen Riesen in meinem Quartier in möglichst kurzer Zeit zu durcheilen und die Waren hurtig von den Gestellen zu pflücken.
Daraus wurde nichts, denn diese schlauen Orangen hatten – wahrscheinlich letzte Nacht – die Gestelle umgeräumt. Als ich nach der Zartbitterschokolade für den Freund meiner Nichte greifen wollte, war da Katzenfutter. Weil ich keine Katze versorgen muss, wusste ich erst, dass sich solches in der rotgoldenen Aluschale befand, als ich meine Nachbarin traf, die davon einen halben Wagen voll vor sich her schob. Sie suchte eigentlich den Fruchtsaft, aber an diesem Platz standen jetzt Sparpackungen mit Tischbomben. Die Müslistengel waren auf dem Platz der Teigwaren gerückt, und der Brie befand sich statt auf dem untersten, auf dem obersten Tablar rechts. Auch das Feinwaschmittel musste aus unerfindlichen Gründen seinen Platz mit dem Weichspüler tauschen.
Es war ein emsiges Suchen, höfliches Fragen, Entschuldigen und Grüssen. Kinderwagen versperrten die ohnehin schon engen Durchgänge. Die Kleinen schliefen oder weinten weil sie in ihren gesteppten Anzügen zu warm hatten. Eine Traube Bekannter umringte frischgebackene Grosseltern, die eben einige Umschläge mit den neuesten Fotos des Enkelkindes abgeholt hatten. So herzige schwarze Haare hatte es bei seiner Geburt. Wer wollte, durfte die süssen Bilder zwischen dem Sonderangebot von Büromaterial und hellblauen Badefinken bewundern.
„Herr Arifi! Herr Arifi, bitte zum Kundendienst!“ „Fräulein Moosberger, bitte an die Kasse!“ (Fräulein Moosberger ist die Tochter von Frau Moosberger!)
Ich wartete an der Kasse. Als die Reihe an mir war, zeigte die Kassiererin auf die Lampe: „Habe eben ausgelöscht, mache Paus.“ Ich reihte mich wieder ein zwischen Kinder- und Einkaufswagen. Eine Frau liess mich vor. Sah ich schon so knille aus? Ich dankte und lächelte. Gern geschehen, sie habe keine Eile. Als ich meinen Einkauf verpacken wollte, sah ich, dass man alle Packtische weggeräumt hatte. Auch der Kopierapparat, die Plastikpflanze und der Tisch mit dem Geschenkpapier waren verschwunden. An ihrer Stelle standen Palette mit Getränkegebinden. Ich rechnete schnell aus: auf einem Palett 945 Liter Mineralwasser. Irgendwie versuchten alle, ihre Ware ohne Tisch zwischen Kinder- und Einkaufswagen, Rollatoren und Rollstühlen einzupacken. Manchmal fiel etwas zu Boden. Die Kassiererinnen in ihren kleinen Festungen reichten freundlich Haushaltpapier zum Putzen übers Rollband, ein Säckchen zum Scherben Einpacken oder die in der Ablage vergessenen Packungen. Frau Moosberger wickelte die Blumensträusse warm ein, während eine Gruppe von Männern am Kiosk einige Lose aufrubbelte. Meine beiden alten Nachbarinnen in handgestrickten Ohrenwärmern kamen vom Spaziergängli und freuten sich auf ein Käfeli. Heute war der Orange Riese nichts anderes als ein erweitertes Wohnzimmer, in dem zwar umgestellt worden war, aber was solls? Man hatte ja Musse zum Suchen.

Nebenbei: Dieses orange Riesen-Wohnzimmer steht nicht im Telefonbuch, weil „etwas schief lief“. Die Nummer wird einem aber gerne bekannt gegeben von der Filiale an der Murtenstrasse.

Während der edle Ausspruch dieses Jahr bei Familie Blogk nicht oft gestimmt hat, so stimmt er aber jetzt. 1st hat eine Stelle gefunden und zwar die, die sie haben wollte.

Sie schrieb SMS an alle, Familie und Freunde:

Liebe Daumendrücker/innen! Habe die Stelle [im gleichen Unternehmen] erhalten und Frau Personalchefin hat mich in eine höhere Lohnklasse versetzt.

Und Mail an mich:

Liebe Tochter

Ich habe den Vertrag erhalten, und man ist im Haus sehr erstaunt, dass es so fix ging! An der heutigen Sitzung stand mein Name powerpointed an der Wand. Alle gratulierten mir, einige küssten und umarmten mich – erstaunlich. Inzwischen haben auch andere bei Frau X. [frühere Chefin] den Austritt gegeben, wenigstens intern weiss man das zu berichten. Ich bin noch ein bisschen verwirrt.

Habe deinem Sohn vorgeschlagen, morgen für den Sternmarsch die neunen langen Unterhosen und die braven Schuhe zu sezten. Natürlich nur einer der Vorschläge, wie du sie ihm, so sagt er, auch ab und zu machst.

Ima

Nicht nur die Jahreszeit sei daran schuld, dass das Frühstücksei heute tief in den Eierbecher versinke. Auch das Eingesperrtsein führe dazu, dass die Eier so klein seien, meint meine Freundin C.

Obwohl die schweizerischen Hühner am Freitag wieder in die Freiheit entlassen wurden, habe ich bei der gestrigen Fahrt über Land kein Huhn gesehen. Wahrscheinlich wars für einen ersten Ausgang zu kalt.

Gerade habe ich den interessanten WOZ-Geflügel-Artikel gelesen. Die Ethologin Esther Zeltner hat herausgefunden, dass Hühner klug sind! Sie sind fähig, gemeinsam eine Maus zu jagen und einen Körnerspender durch Drauftreten in Gang zu setzen! Ähnlich den Menschen übernehmen sie voneinander aber auch schlechtes Verhalten wie z.B. das Federpicken (Bei den Menschen „Hickhack“ genannt.) Das Schimpfwort „Dummes Huhn“, ist also irreführend.

Das Leben einer Legehenne ist nur kurz und männliche Küken werden jährlich millionenweise in den CO2-Bottich geworfen. Verbesserungen sind, dank Esther Zeltners Mauser-Forschung in Sicht.

Wenigstens das Leben als Huhn ist in der Schweiz besser als anderswo.

Mit ihm hab ich mich schon lange nicht mehr befasst, bis letzten Donnerstag. Da hatte ich ein Vorstellungsgespräch.
Die Personalverantwortliche: „Nehmen wir einmal an, wir würden Sie anstellen. Da müssten Sie dann den Vertrag selber kündigen, wenn Sie einmal in Pension gehen möchten.“
Wie es gelaufen sei und was ich so für ein Gefühl hätte, wurde ich anschliessend von Bekannten gefragt. Ich konnte dazu nicht viel sagen, denn ich war schon am Überlegen, wie und wann ich die Arbeitsstelle kündigen müsste, falls ich sie bekäme …

Eigentlich wollte ich heute nur vor dem Regen flüchten. Deshalb tauchte ich im West-Zugang des Bahnhofs mit dem Glaslift in der Welle unter. Auf Gleis sechs warteten Frauen in Daunenjacken auf die Einfahrt des Zuges nach Interlaken. Heute hatte ich keine Eile. Deshalb fiel mir wahrscheinlich auch zum ersten Mal auf, wie viele Leute im Bahnhof Selbstgespräche führen. Sie kommentierten Reklamen, lasen laut die Anzeigetafeln, wiederholten Abfahrtszeiten, pfiffen oder sangen. Schön, dass sie sich hier so sicher fühlen konnten. Ich holte mir einen Becher Kaffee und stellte mich an den Treffpunkt in der Halle, schaute zu, wie der angekündigte Wind in die Weihnachtsdekoration fuhr und sie zum Pendeln brachte. Auf den neuen „Rauchfrei“-Plakaten verpasste Camel den Zug und auch Malboroman paffte sein Zigarettli im Sattel.
Zu dieser für mich ungewohnten Stunde sah ich kein einziges bekanntes Gesicht und ich hatte einen Moment das Gefühl, auf der Durchreise zu sein.
Trocken Hauptes erreichte ich später den Zytglogge, wo unter den Lauben ein alter Heilsarmeeoffizier den Topf am Kochen hielt, leider ganz ohne Musik.

Den Alten und Neuen, den Kleinen und Grossen habe ich zum Abschied den Rücken getätschelt und ihnen alles Gute gewünscht. Sie stehen, mit einem sauberen Signaturschild versehen, auf abgestaubten Tablaren oder liegen wohlverwahrt in säurefreien Archivschachteln – ein bisschen traurig?
Jedes der Bücher habe ich in den letzten vier Jahren mindestens ein Mal zur Hand genommen und davon eine Aufnahme im elektronsichen Katalog gemacht.
Berühmten, aber noch mehr „vergessenen Frauen“ der Geschichte bin ich bei meiner Arbeit begegnet, und ich habe ihre Namen mit Lebensdaten in einem Index zusammengeführt. Hier 13 von über 1000:

Aberdeen, Ishbel Maria Marjoribanks of (1845-1930)
Baader, Ottilie (1847-1925)
Calame, Marie-Anne (1775-1834)
D’Acierno, Petronella (1877-1962)
Eberhardt, Isabelle (1877-1904)
Fallscheer-Zürcher, Josephine Therese (1866-1932)
Gamond, Blanche (1664-1718)
Hanhart, Dorette (1890-1943)
Ihrer, Emma (1857-1911)
Jeanne d’Arc (1412-1431)
Kern, Elga (1888-1955)
Lefaucheux, Marie-Hélène (1904-1964)
MacGill, Helen Gregory (1864-1947) …

Feuerwehr frei. Endlich. Weniger Staat! Felxibilität und Eigenverantwortung, wer bin ich denn. Natürlich habe ich alle 15 Anbieter auf meinem Handy gespeichert und bekomme regelmässig informative SMS und kann bei Wettbewerben Südseereisen gewinnen. Es gibt einen Super-Brand-Bonus, ab einem Brand pro Monat einen Extra-Fire-Discount beim einen, beim anderen kann ich Grossbrände im Jahr darauf als Joker einsetzen, beim dritten – ach das habe ich noch nicht ganz vestanden, Hauptsache, ich kann wählen und das Angebot stimmt. Im Moment mag ich besonders die „MobiFire“, wegen des netten oberländer Bauern aus der Werbung: „Die sy schnäu da gsy, nid meh aus zwänzg Minute hei die Giele ghaa. MobiFire: die wähle-n-ig wider!“

Eben. Aber jetzt muss ich, soeben wurde als letzte Einrichtung noch die Ambulanz privatisiert. Dank dem monatlichen Digest von Comparis bin ich auch immer auf dem Laufenden, obwohl, die Mitteilung lautet seit über einem Jahr immer noch „Mit ihren Suchkriterien (max. Einsatzzeit <= 30 Minuten) wurde in Ihrem Wohngebiet kein Anbieter gefunden". Vielleicht zuwenig Familiendramen und Rasenmäherunfälle in unserem Quartier, ich weiss es nicht. Herr S., Taxifahrer, 6. Stock rechts, hat an seinem Lüti jedenfalls nun diesen weissen Kleber mit dem roten Kreuz platziert. Wir dürfen jederzeit klingeln sagt er, immer, auch nachts. Wir hoffen er ist da, wenn wir ihn mal brauchen.

Die Leute sind brav und halten sich seit gestern an das Rauchverbot im Bahnhof. Schon heute war die Luft ein Stockwerk unter der Erde so rein und klar, dass einige, die gestern mit dem Rauchen aufgehört hatten, ihre Liegestühle zum „Treffpunkt“ mitbrachten. Sie wickelten sich nach der Zauberberg-Methode in Wolldecken ein, atmeten tief und entspannt durch und begannen in aller Öffentlichkeit ein neues gesundes Leben.
Ich bin sicher, dass bald ein Run auf Liegestühle und Decken … Auf der Tafel vor dem Reisebüro steht: „Warum in die Ferne schweifen?“

Die Bewohnerin von Hemel Hempstead war erleichtert, als sich der Wind drehte und die grauenhafte Rauchwolke hinter ihrer Siedlung langsam Richtung Frankreich abzog. Obwohl sie das Haus nur kurz verlassen hatte, lag auf ihrem Gesicht schon eine Schicht von schwarzem Russ.

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