Im Becher meines Saison-Joghurts eröffnet sich mir nach jedem Löffel Zeile für Zeile des folgenden Textes:
„Erntefrische Waldfrüchte wie
Heidelbeeren, Himbeeren, Brom-
beeren und Erdbeeren sind ein
Genuss auf jeder Festtafel – leider
meist hart verdient. Wer findet die
Plätze im Wald, wo diese Speziali-
täten wachsen, wer hat Zeit und
Lust, sie zu pflücken, sich allenfalls
von den Stacheln der Brombeer-
sträucher die Kleider zerreissen
und die Haut zerstechen zu las-
sen? Wir nehmen Ihnen diese
Mühe ab und bereiten Ihnen aus
frischen Waldbeeren ein kulinari-
sches Vergnügen erster Güte.
Damit sie sich auf das Wesent-
liche konzentrieren können:
aufs Geniessen!“

Nicht alle im Hochhaus lassen sich diese Mühe des Sammelns abnehmen, streifen gerne selber durch Hecken, pflücken Waldbeeren und Hagebutten, schneiden Pilze, sammeln Hasel- und Baumnüsse – kennen eben die Plätze im Bremgartenwald. In ihrem Sammeleifer sieht man sie auch ab und zu auf einem Zwetschgen- oder Quittenbaum.

Ist weg vom Netz. Auf Antrag von AKdH – mehr stand leider nicht in der gestrigen „NZZ am Sonntag“. Und der Pnosblogger hat sich auch noch nicht gemeldet.

Mehr Licht!

Es ist vollbracht.
Das haben die Kids gut gemacht.

als Pächterstochter hatte ich das Privileg, in der Schule neben einem Mädchen zu sitzen, dessen Eltern einen grossen Bauernhof besassen. Der Onkel meiner Schulkollegin war Professor der Veterinärmedizin und machte oft einen Besuch auf dem Land. Dass wir beiden Mädchen uns auf seine im Stöckli hinterlassene Studentenbibliothek stürzten, rührte ihn. Die ärmliche Schulbibliothek gab nichts mehr her, und so nahmen wir uns die Bücher Schopenhauers und Ganghofers vor, die in der ehemaligen Studentenbude verstaubten. Manchmal schenkte uns der Professor das Kleingeld, welches er immer lose in der Hosentasche trug:
„Für uf Bärn“.
So kam ich dann doch noch zu den swissairblauen Schuhen. Später gabs auch eine passende Schulmappe dazu. Ob meine Mutter dafür Pilze verkaufte oder den Jägern für ein paar Franken im Keller einen kühlen Platz für das erlegte Rotwild gab, weiss ich nicht mehr.

Moderne Schreibweisen für Lokal- oder Flurnamen ergeben sich in Berns Westen von allein:
alt -> Bümpliz, neu -> Pumpelize
alt -> Gäbelbach, neu -> Gabelbacke
alt -> Bethlehem, neu -> Batlaham [a-æ]

Wie Bern seinen Namen von Priamos bekam und Bümpliz eigentlich Pompeji heisst, lesen Sie hier
*Wohin gehst du?

„Chic à la Wahnsinn“ fand ich diese Farbe – ein etwas stumpfes Blau mit einem Hauch Grau. Nichts wünschte ich mir mehr als ein Paar Ballerina-Schuhe in Swissairblau. Ein solches Schuhwerk war in den Hügeln der Voralpen 950 Meter über Meer völlig ungeeignet. Wir wohnten damals auf einem herunter gewirtschafteten Bauernhof in einer Gegend, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagten, besassen weder Radio noch Tageszeitung und mit dem Bargeld stand es auch nicht zum Besten. Meine Mutter zerbrach sich den Kopf, wie sie mir diesen unsinnigen Wunsch erfüllen könnte. An einem Herbsttag fuhren wir beide in die Stadt. Mutter trug in ihrer Sonntagstasche (mit dem Monogramm JG ) ein Fuchsfell mit Seidenfutter. In Bern angekommen, steuerte sie zielsicher das eleganteste Pelzgeschäft in den Lauben an. Dort legte sie den Fuchs auf den Ladentisch. Was zu Hause so vornehm ausgesehen hatte, war hier auf dem blanken Holz inmitten all der Pelzmäntel, Jacken, Muffen und Hüten nur noch schäbig. Der Handel kam nicht zu Stande. Sehr höflich erklärte der Kürschner meiner Mutter, dass er keine Einzelfelle kaufe – leider. Unser Fuchs wurde wieder eingepackt.
Bis zu Abfahrt des Postautos schauten wir uns vor dem Kino „Gotthard“ die Filmbilder von „Sissi“ an und warfen dann noch kurz einen Blick ins Schaufenster mit den swissairblauen Schuhen. Fr. 15.- stand auf dem Preisschild.

Keine krebskranke Kinder Kettenpostkarten!
Keine gekwälten Katzen Kettenbriefe!
Keinen Hermann, den Kettenteig!
Kappt die Ketten!

[via Kaltmamsell mit nützlichem Link. ]

[Gespräch an den Briefkästen, Rücken an Rücken, ich und eine indische Muslimin oder eine muslimische Inderin mit Kopftuch]

Inderin: „Warst du arbeiten?“
Ich: „Ja, aber nicht so streng. Und du?“
Inderin: „Ich war nur spazieren.“
Ich: „Ja, das ist so schön im Herbst.“
Indierin: „Achweisstdu, es ist Ramadan. Ich koche vor Sonnenaufgang. Dann mache ich Hausarbeit und gehe durch Blätter spazieren. Und jetzt koche ich wieder für nach Sonnenuntergang.“
Ich: „Ja, ich weiss es. Übrigens vielen Dank für die Grüsse neulich, die du meinem Kind mitgegeben hast!“
Inderin: „Ach ja, er ist schon sooo gross. Und deine schöne Schwester – wie war noch ihr schöner Name? – ich habe sie gesehen! Wie geht es ihr jetzt gerade? Sie hat doch Problem mit Rücken?“
Ich: „Nicht mehr, es geht ihr gut, sie trainiert viel.“
Inderin: „Ach diese Schweiz. Alle haben Problem mit Rücken und sind soooo depressiv. Es ist zuviel Kalt hier.“
Ich: „Ich weiss manchmal auch nicht, woran es fehlt.“
Inderin: „Grüsse deine ganze Familie, besonders auch deine Schwester. Sie ist wie Sonnenschein.“
Ich: „Das mache ich gerne.“

Flamenco y Discoteca

Ernst gemeinte Anmeldungen von Verwandten und Bekannten bitte hier im Kommentar. Gracias.

Alles weist darauf hin, dass der Vorschlag von Bundesrat Schlafbrot ernst gemeint ist: Herr Noch-Regierungsrat Annoni steht ganz oben auf der Wunschliste fürs ProHelvetia-Präsidium.

Annoni ist bald 15 Jahre unser Bildungsdirektor, und ein konsequenter Mann. Er hat seinen Weg stets bar jeglichen Sach- und Kulturverstandes verfolgt und hinterlässt im Kanton einen bildungspolitischen Scherbenhaufen, der seinesgleichen sucht.

Annoni war und ist Jurassier. Die Jura-Quote war vor 15 Jahren seine Legitimation aus dem kleinen Anwaltsbüro auszubrechen und sich einem neuen, ganz anderen Betätigungsfeld, der Bildungspolitik, anzunehmen. Bei aller Bewunderung für den Jura und seine Bewohnerinnen und Bewohner: Ist das Jurassier-Sein als einzige Kompetenz Helvetia-tauglich?

Ich muss von der versteckten Agenda ausgehen: Die ProHelvetia soll binnen eines Jahrzehnts vollständig zu Grunde geritten werden. Unter diesem Aspekt kann ich die Favoritenrolle Annonis ohne weiteres nachvollziehen.

Ravioli

Hui, da ist ja noch Osterzüüg drauf, das ist wohl ein Zettel vom letzten Frühling. Ich sammle die drum einfach in einem Couvert und notierte mir kein Datum.

Die Jagdsaison in Berns Wäldern ist eröffnet. In den nächsten Wochen wird’s nicht nur enger, sondern auch gefährlicher zwischen Tannen, Buchen, Dählen und Eichen. Fritz M., der Jagdaufseher, gekleidet in in grünen Loden und braune Strickwolle, gibt vor laufender Kamera vier nützliche Tipps für Unvernünftige, die sich besonders an milden Herbsttagen immer wieder in die Gefahrenzonen begeben:
1. Bunte Kleidung tragen und auch Hundchen mit einer Leuchpellerine kennzeichnen.
2. Die Jäger im Gelände ausmachen, Hochsitze nicht vergessen, die Waidmännern ansprechen, um sicher zu gehen, dass sie einem wahrgenommen haben.
3. Auf den Wildwechsel achten. Nie hinter einem Reh oder Wildschwein stehen bleiben, auf welches gerade angelegt wird.
4. Bei trübem Wetter unbedingt eine Glocke an den Turnschuh hängen.
Und … überlegen Sie, ob die Jagd nicht auch zu Ihrem Famileinehobby werden könnte.

12.10.05
Eben im MM Magazin gelesen: 70 Stunden pro geschossene Sau verbringt ein Jäger im Schnitt auf dem Hochstand!

nach Wahl

Kleiderroller

Endlich ist es auch pressewürdig: Die LTTE (Liberation Tiger of Tamil Eelam) setzt die Tamilen in der Schweiz mit Mafia-Methoden unter Druck. Wir wussten das schon lange, haben noch und nöcher Kinder erlebt, denen es an Winterschuhen fehlte, während der Vertreter der LTTE den Eltern scheinheilig die hohle Hand machte. Hintenrum werden bei zu wenig Abgaben dann die Verwandten in Sri Lanka bestohlen und es werden ihnen Zugänge zu Nahrung, Bildung und Spitälern verweigert, mit der Begründung „deine Familie in der Schweiz ist schuld. Du bist es ihr halt nicht wert, rede mit denen, veranlasse, dass wir unseren Anteil bekommen und es geht dir besser…“

Ich frage mich, ob der Dienst für Analyse und Prävention (DAP) des EJPD seinen Namen verdient hat, wenn Franz Hirschi sagt: „Solange die Betroffenen jedoch keine Anzeige erstatten oder ihre Ausagen aus Angst vor Gericht nicht wiederholen wollen, sind uns die Hände gebunden.“ Eben, damit rechnet jede Mafia.

Oder kommt das dem EJPD unter Bundesrat Blocher vielleicht entgegen?

Was bin ich schon für wütenden Mitbürgern begegnet, die zwar wissen, dass bestimmte Tamilen-Eltern genug verdienen, aber deren Kinder doch immer wieder staatliche oder hilfswerkerische Unterstützung brauchen? Und die natürlich den Zusammenhang nicht herstellen können und nicht merken, dass die Eltern das Geld nicht zum Fenster raus, sondern in den Topf der LTTE werfen.

Selten ist etwas nachhaltiger, als die Unterschichten aufeinander loszulassen. Das hat Blocher früh erkannt, ich bin sicher, er baut auch als Bundesrat darauf.

Und dies noch für Google: Bei den Vietnamesen gibt es genau diese Struktur auch. Neben den Tamilen zählen auch sie zu den superassimilierten wie für ihre Sauberkeit beliebten Migranten. Und beide Volksgruppen haben viel weniger Möglichkeiten sich zu integrieren, weil sie immer und ewig abhängig sein werden: Von ihrer „Mafia“ hier, vom Staat da.

Esther hat Ernst gemacht, alles da.

…sind die verschiedenen Auswüchse des Rechtsradikalismus in der Schweiz. Auch die antisemitischen Übergriffe hätten zugenommen, vermeldete jüngst die Presse im Zusammenhang mit der Jubiläum der Eidg. Kommission gegen Rassismus, die laufend berichtet.

Und es gibt auch von privater Seite zackige Reaktionen, z.B. beim PNOSBLOGGER; sei Dank!

Sie sind nicht rückkehrwillig, die abgewiesenen AsylbewerberInnen im Minimalzentrum auf der Staffelalp. Es gefällt ihnen zu gut. Hier ist es besser als in ihren kriegsgebeutelten Herkunftsländern. Im Winter schaufeln sie Schnee, im Herbst gehts in die Pilze und Beeren, im Sommer baden die Kinder im Weiher. Im Frühling lassen sie den Sonnenschein herein. Die Grundbächler und Wattenwiler, Dörfler aus der Nachbarschaft, möchten hier nicht wohnen, rümpfen die Nase über die Wäsche, die auf Büschen trocknet und über die schwarzen Gringe (Köpfe), welche das Dorfbild beunruhigen.
Aber nun ist Schluss mit lustig! Fertig mit dieser Gemütlichkeit. Das Minimalzentrum wird minimiert und etwas näher zu den Bergwänden und Flühen der Voralpen verschoben. Obwohl der Winter in der Hütte hart ist, bin ich nicht sicher, dass diese Massnahme die Rückkehrwilligkeit fördert. Ein Einheimischer hat mir einmal gesagt, Wölfe und Asylanten müsse man abknallen.
Man weiss nicht einmal mehr, wie „Schämen“ geht!

Ich bin immer sehr dankbar, wenn sich die Presse des Themas „Rückkehr“ annimmt und das tut sie doch ab und zu. Zum Beispiel bei sog. Rückkehrern in den Kosovo, von denen es sehr viele gibt. Die Entscheidung für die Rückkehr (oder als Alternative die Zwangsausschaffung) ist trostlos, weil der Kosovo im Moment ein Land ohne viele Perspektiven ist.

In der heutigen Zeitung lese ich, dass der Nationalrat Bundesrat Blocher und dem Ständerat folgte und den Sozialhilfestopp weiter ausdehnt. Immerhin ist die garantierte existenzsichernde Nothilfe nicht abgeschafft oder eingeschränkt worden, wie dies der Ständerat vorgeschlagen hatte. Weil nämlich das Bundesgericht selber diese Vorschläge für verfassungswidrig erklärt hatte.

Dazu mein Meinungstriangel:

1. Wir können froh sein, dass bei uns die Justiz von der Politik weniger bedrängt wird als anderswo.

2. Wir (Linken) müssen einen grossen Teil dieses Rückschlages auf unsere Kappe nehmen. Wir haben zu lange das Thema „Asyl“ nur mit „Gutmenschentum“ pariert, anstatt uns anständige Argumente zuzulegen, die rosaroten Brillengläser zu ersetzen und kritischen Stimmen aus den eigenen Reihen Gehör zu schenken.

3. Zur Strafe dürfen wir (Linken) wieder einmal ein chancenloses Referendum ergreifen und zuletzt lacht der Sohn des Pfarrers.

Sollte ich in ein Senkloch fallen, in einem Keller oder Lift eingeschlossen sein, hätten ich und mein Handy keine Chance, die Aussenwelt zu erreichen – eine unheimliche Vorstellung. Als Abonnentin bei der Firma mit dem Sonnenaufgang sitzt man im kürzesten Eisenbahntunnel in einem tauben Schlauch. Während die Kunden des Telecom-Unternehmens mit dem verschnippelten Schweizerkreuz den Frauen zu Hause ihre Koordinaten und die vermutliche Ankunftszeit an den heimischen Tisch durchgeben, muss unsereins so tun, als ob …
Är-ger-lich.
Sollte ich ganz zufällig den „Sesam“ entdecken, wäre ich mit den Schatztruhen völlig aufgeschmissen. Das bin ich auch mit dem vielen Papier, welches mich monatlich als detaillierteste Abrechnung – und doch völlig unübersichtlich – erreicht. Telefon- oder elektronischische Kommunikation mit dem Kundenservice ist nichts für Erwerbstätige.
Es soll Eilige geben, die mit dringenden Anliegen im Zug nach Zürich reisen.
Ich wandere weiter im Dschungel der Aktionspreise, Sonder- und Kombiangebote, Monatshits, 50% Rabatte, Familytarife und Schnäppchen, weil ich weiss, dass es die anderen auch tun, hoffend, dass alle Senklochdeckel nach dem Unwetter ordnungsgemäss geprüft und geschlossen sind.

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