Alles oder nichts


Block-Bewohner reden viele Sprachen und fast jede hat noch eine Superspezial-Abweichung und behauptet von sich, ganz einmalig zu sein. In meinem Blockeingang (der sich romantisch „Hauseinang“ nennt) sind das:

2 Albanisch (einmal die mazedonische Variante)
1 Hindi
1 Urdu
1 Serbisch
1 Kroatisch (das sich seit Jahren um die Unterscheidung vom 1 Serbisch bemüht)
2 Kurdisch (der türkische Teil)
3 Berndeusch (1x altbacken, 1x Knacki-Style, 1x Block-Style)
1/2 Türkisch (da gemischt)

Block-Bewohner unterhalten sich unter anderem via Gegensprechanlage („Lehrfahrausweis“ „Coiffeur“ „Manikür“ „B-Ausweis“ „Sozialamt“ „Schulzahnklinik“ werden nie übersetzt). Das geht wunderbar, es gibt nur eine Leitung und kosten tut es nix. Weil sowieso nie jeder jeden versteht, ist auch wurscht, dass jeder jeden hören kann.

Archivalia bringt es auf den Punkt. Ich kenne Vorgesetzte, die sollten sich das hinter die Ohren oder sonstwohin schreiben, wenn sie jeweils zum Container pilgern, weil sie sich gerade mal eben im Besitze einer „Licence to kill“ wähnen. Aber das sind nicht die wahren Archivare, sondern die Mäzene, die halt immer das Gefühl haben, dass ihnen alles gehört, auch wenn sie längst eine Stiftung sind. Möge der Schutzpatron der Bibliotheks- und Archivmenschen, der Nachgeborenen und der Schreiberlinge solch Gewissenlosen (oder Verwirrten?) sanft ein Bein stellen.

Hatte heute ein langes Gespräch über Verschwörungstheorien zu dem, was Allkaida eigentlich gar nicht alleine angerichtet haben kann. Es war nicht mein erstes und es ist zu befürchten, dass es nicht mein letzes sein wird. Dass jeder und jede etwas weiss zum Thema Israel, ist sonneklar, sowie jeder Afghanistan und den Irak besser kennt als den eigenen Kühlschrank, in dem doch ab und an ein Joghurt durchfällt. Was mich in dem Zusammenhang etwas erstaunt hat, war die Tefferquote der Studenten im Lande bei der Antwort auf Frage 14.

Und Verschwörungstheorien in Sachen Terrorismus kann ich nicht ab. Die Weltpresse mag auf dem absteigenden Ast sein, aber so mies ist sie nicht. Und Beslan hat man auch Allkaida anzuhängen versucht und gelungen ist es bis jetzt noch nicht, selbst wenn es vielen VIPs im Spiel gelegen käme. Und nur weil die Bushes mit jedem Anschlag auf neuen Kriegswellen reiten dürfen, heisst das noch nicht, dass die CIA und der Mossad sie geplant haben. Und „die Juden“ haben das Regieren der USA immerhin den Kirchgängern überlassen und ein paar Zeitschriftenverlage gehören auch noch Scientology. Also beruhigt euch, Leute.

Eben es vermischt sich alles, mein absurdes Gespräch von heute, die 38% der Studis ohne Vorstellung über die Gründungszeit des Staates Israel, Sharons Eisbergspitzen, denn mehr kriege ich hier nicht mit, die vielen Neuübersetzungen (Buchmesse vor der Tür) aus dem arabischen Sprachraum… Ich traue Allkaida zu, was man ihr anlastet(e), habe aber den Überblick verloren und bin vielleicht inzwischen die einzige.

Bitte sagt mir, dass das nicht wahr ist.

Klar werde ich für den stimmen, denn ich kenne ihn ja auch in Hochform von Versammlungen und Verkehrsdiskussionen. Aber an diese Veranstaltungen, die man an müden Wochentagen auf klebrigen Stühlen in Lokalen, die seit den 60er-Jahren keinen neuen Anstrich mehr gekriegt haben, absitzen muss, kommen eben nicht viele.

Und der SVP-Site noch Hits bringen! Und anstatt ein brauchbares Forum ein unbrauchbares Gästebuch! Dann soll man den Auftritt lieber reduzieren, ein gutes Fötteli mit einer E-Mailadresse (die wirklich betreut wird) ins Netz stellen und fertig.

Wie viel Unkenntnis darf sein?

I ma nümm.

Wochenthema: Wie lebt es sich im Westen?
Blogk: Manchmal.
Wochenthema: Warum?
Blogk: Ist nicht so einfach.
Wochenthema: Ach so.
Blogk: [hustet, krümmt sich, ringt nach Atem]
Wochenthema: Vielen Dank für das Gespräch.

Ich bin krank. Aber ich bin trotzdem in die Stadt gegangen. Und ich habe einen neuen, teuren, Freitag-Fussball bekommen. Auf der Website von Freitag finde ich ihn nicht, aber Mama sagt, dass man dort sowieso nichts findet und dass Websites nicht nur cool aussehen sollen. Sie sollen freundlich aufgebaut sein.

Ich beschreibe jetzt halt den Ball:

Der Fussball ist weiss, manche der Fünfecke sind sibern. Auf einem steht: 100% ANIMAL FREE / REAL USED TRUCK TARP SUPERIOR HAND SEWN QUALITY. Und die Schachtel ist auch witzig, es sind Dinge zum Ausschneiden drauf, die mit Fussball zu tun haben. Und es steht noch F Prolo Sport drauf und „Dieser qualitativ hochstehende Fussball besteht aus gebrauchten LKW-Planen, ist garantiert kinderfrei hergestellt und nicht an Tieren getestet. Für jedes Wetter und Klima.“

Mein letzter Freitag-Fussball war rot und hielt sehr lange.

[Heute vor drei Jahren abgeschickt (Leibachertag), Anfang Oktober 2001 publiziert. ]

In dieser Welt gibt es Menschen, die sterben wollen. Männer, geschickt, körperlich gesund und jung. Auch in der Schweiz. Die Zahl der Selbsttötungen bei uns bleibt hoch, Rentner springen in den Fluss, Kinder aus dem Fenster, Frauen nehmen Tabletten oder den Weg dem TGV entgegen.

Vielleicht ist es an der Zeit, den Robinsonspielplatz aus meiner Kindheit in Stand zu setzen. Vielleicht ist es an der Zeit, im Heimatmuseum zu Bern „Taburettli“ anzuschaffen, damit auch die Kinder unter zehn Jahren die Marder und Meisen anschauen können. Vielleicht ist es an der Zeit, die Bibliotheken in diesem Land einen Tag in der Woche mehr zu öffnen, als einen Tag mehr zu schliessen. Vielleicht ist es an der Zeit, die Menschen an sonnigen Abenden im Gratis-Freibad ins Gespräch vertieft sein zu lassen, anstatt sie mit Durchsagen von müdem Personal zu verjagen. Vielleicht ist es an der Zeit, in jedem Schulhaus einen Mittagstisch zu haben und genügend Brot für jedes Zvieri in jedem Kinderhort dieses zivilisierten Landes.

Denn in dieser Welt gibt es Menschen, die sterben wollen. Aber nicht mehr allein.

Das Taburettliproblem ist gelöst, es hat jetzt eine Stange, an der sich die Kinder hochziehen können. Das Freibad schliesst noch immer früh, am wunderbarsten Sonnentag – dem 1. August 2004 – schon um 18.00 Uhr, halt einfach, weils der 1. August war (und viele frei hatten). Es hat ca. zehn Aufrufe („Mir schliesse ds Bad am Sächsi, chömet usem Wasser, leget nech a. Mir schliesse!!!“) und handgreifliche Bademeister gebraucht, um die Leute rauszuwerfen.

Hey! Wollt ihr nicht in Lecce heiraten? Hier können beide ihren eigenen Familiennamen behalten, ohne Anhängsel. Olala una matrimonia italiana …
Nein, liebe Schwester (2nd2nd) das Glück wäre von kurzer Dauer. Denn für Menschen mit Schweizer Pass gilt das Schweizer Gesetz. (Da kommen dann die Masseneingebürgerten noch auf die Welt! Jawohl und „wenn jede so wett, “ aber das nur am Rande.) Die Leccener müssten also unsere Eheschliessung der Schweiz melden und die beharrt dann auf ihren vier Möglichkeiten. Aber zuerst der Jetzt-Zustand:

Variante Konkubinat:
Mann: Rindlisbacher
Frau: Tschan
Kind: Tschan

… kann keinesfalls beibehalten werden, selbst wenn die Frau beriet ist, einen Doppelnamen zu tragen. Für die Ehe gibt es vier Varianten:

Variante 1 (ohne vorgängige Bewilligung)
Mann: Rindlisbacher
Frau: Rindlisbacher geb. Tschan
Kind: Rindlisbacher

Variante 2 (ohne vorgängige Bewilligung)
Mann: Rindlisbacher
Frau: Tschan Rindlisbacher geb. Tschan
Kind: Rindlisbacher

Variante 3 vorgängige Bewilligung notwendig
Mann: Tschan geb. Rindlisbacher
Frau: Tschan
Kind: Tschan

Variante 4 vorgängige Bewilligung notwendig
Mann: Rindlisbacher Tschan geb. Rindlisbacher
Frau: Tschan
Kind: Tschan

… und die sind bis ins siebte Glied zu berücksichtigen. Die einzige Hintertür wäre ein starke Benachteiligung des Kindes durch den neuen Familiennamen. Also wenn Simone Niggli-Luder und ihr Mann jetzt den Namen wechseln müssten, weil Simones bisher in wilder Ehe lebenden Eltern beschlossen haben zu heiraten, wäre das unter Umständen als solche zu werten, eventuell.

… Und warum will der Mann nicht den Doppelnamen? Weil es im Moment in etwa drei Ameisen kosten würde, überall seine rechtsgültige Unterschrift zu ändern.

Ja, ja, es ist nicht so leicht wie in Lecce. (Wobei aus dem SMS nicht klar hervorgeht, was mit dem Kinder-Nachnamen passiert? Darf man auswählen? Das stand ja hierzulande auch zur Debatte, aber die CVP – das stolze Zünglein an der Waage – wollte nicht. Sie fürchtete die Eltern würden sich darüber streiten. Amen.)

Stellungnahme des Amtes (Auszug) zu Fragen der Namenswahl nach der Heirat der Eltern:

Ihre Gesetzesinterpretation ist richtig. Auch ein volljähriges Kind erhält bei Heirat seiner Eltern den gemeinsamen Familiennamen. Es ist auch richtig, dass sich dies auf seine eigene Familie (Ehefrau und Kinder) auswirken würde. Alle Namen müssten angepasst werden.

Read twice. Wenn der Sohn dann selbst verheiratet ist (und Doppelnamen trägt)? Und die Frau vielleicht aus Portugal stammt oder aus Spanien und selbst schon zwei oder drei Familiennamen mitbringt? Deren Kinder? Ogottogott. Da habens selbst die Zwillingsphotonen leichter.

Die Familiengarderobe im Schwimmbad ist geräumt, in den Medien wird wieder Rilke zitiert, im Mailverkehr der Sektion wünscht man den Genossinnen und Genossen ein schönes Wochenende zum Kräftesammeln u.a. auch für den Wintereinbruch, die Guschti (Rinder) kommen nächsten Donnerstag von der Alp, schön geschmückt, alle die, welche die sommerlichen Unwetter und die abschüssigen Weiden heil überstanden haben. Die Bettagsblumen verdecken manch lottrigen Gartenzaun, und eigentlich müsste man zum Nussen „den Hecken nach“. Die Geranien auf Lauben und Fensterbänken haben sich in ihrem Hängen und Ranken erst jetzt, wo’s dem ersten Reif zu geht, ihren Standorten angepasst. Zu meinem Erstaunen lese ich zwischen der Blütenpracht auf Leintücher gemalte Botschaften: „Anita und Urs heiraten“, „Wir haben geheiratet: Sonja und Ernst“, „Just married: Katharina und René“, „Florian ist da! Dr Papi isch stolz!“ Möchte auch im 21. Jahrhundert j e t z t niemand alleine bleiben? In den Baugruben vor dem Dorf wird gebaut, denn wer j e t z t kein Haus hat, baut sich keines mehr? All diese Zeichen des nahenden Winters könnten übersehen werden, wäre da nicht die Flut der Herbst/Winter Modekataloge. Routiniert trennt frau alle Modelle mit floralen Applikationen, aufgestickten Pandabären, Schneemännern, Paillettenpanthern, Imitat-Perlen, Ajourmustern, Zierknöpfen, abgesteppten Biesen, akzentuierenden Kontraststreifen und aparten Strickmustern, von den unifarbenen Shirts, Röcken und Jacken – wahrlich, eine aufwändige (endlich habe ich Gelegenheit, dieses Wort passend zu benutzen) Arbeit! Kein Körperteil wird aber in den Katalogen behutsamer behandelt, als die weibliche Brust. Dafür gibt es vorgeformte Cups, doppelt unterlegt, mit Stäbchen an den Seiten. BHs haben bequeme gepolsterte Träger mit Frottee und verstärktem Gummizug aus Fiberlfill, die für sicheren Beschwerde freien Halt sorgen, als „Stossdämpfer“ wirken und nicht einschneiden. Formbügel bieten optimalen Halt. Nicht fehlen dürfen die exquisiten schmückenden Details wie ausdrucksstarke feminine Spitze oder Silberlyrexprint geflockt mit kleinen Schleifen und Strasssteinen. Natürlich weden wir lesen, wenn die Blätter treiben und auch ab und zu ein bisschen schreiben …

Der Wellensittich ist der Falsche. Die Falsche: abgängig ist ein Männchen, das eingefangene ein Weibchen. Das sitzt also jetzt bei zwei Männchen im Käfig, gedeihe, so sagt die Mamma, sei sehr zutraulich und lasse sich gerne duschen. Und sie könnten sich jetzt vermehren, wenn man noch einen Brutkasten hätte. Der Kalauer lauert (wie v* V*? Ich habe keine Vorstellung.)

Das alles am Rande eines Elternabends.

Es ist nicht unbedingt wegen seiner Simme, auch nicht nur wegen der Musik oder dem Takt, es ist weil er alles so echt machen kann, dass ich Johnny Cash liebe.

Ich höre gerade MURDER.
Er sagte darüber in Englisch:

Here is my personal selection of my recordings of songs of robbers, liars and murderers. These songs are just for listerning and singing. Don’t go out an do it.

Gelesen vor 14 Tagen:

  • Entfolgen: Wellesittich, grün/gelb. Hört auf den Namen „Neon“. Hinweise bitte melden unter Telefon. Finderlohn!
  • Kind, Suggar Puffs essend, vor dem Fenster: Kuck mal, Lucas Wellensittich ist auf unserem Balkon.

    Mutter: Das stimmt.Wirft dem Vogel Suggar Puffs hin, versteht sich nicht auf Wellensittiche, ruft dem Vater, der sich auch nicht versteht darauf.

    Mutter/Kind: Komm, Neon, komm. Wir bringen dich nach Hause, komm du lieber kleiner Vogel, tschtschtsch.

    Vater: Ein Wellensittich hört nicht.

    Mutter/Kind: Das weiss man nie – woher überhaupt?

    Vater: Etwas zum Fangen. Kein Netz, etwas Hebliges. Hält den Sittich mit Sonnenblumenkernen in Schach.

    Mutter: Der IKEA-Papierkorb!

    Vater/Mutter/Kind: Komm, Neon, komm. Wir tun dir nichts, tschtschtsch. Komm nach Hause, komm zu Kräften, komm zu Luca, tschtschtsch…Vater schleicht sich mit DOKUMENT-Modell von hinten an, Mutter hält den Vietnam-Bildband fürs Drunterschieben bereit, Kind hüft wie verrückt auf und ab.

    Und voilà, geschafft! Vogel ist im DOKUMENT und frisst Sesamkörner und badet in der Porzellanschale. Wartet bis Mamma Luca mit dem Käfig kommt und lässt sich anstandslos neben seinen Ersatz-Sittich setzen.

    Den Finderlohn kriegt das Kind.

    Ende gut, alles gut. Immerhin etwas.

    Vor drei Jahren war der „Blocksturz“. So habe ich den Einsturz des World Trade Center damals genannt.

    Ich habe meine erste Fanpost erhalten! Für einen Flamenco-Auftritt. Von einer alten Dame im Rollstuhl. Mein Vater sagt zwar, dass Fanpost von 19-jährigen am besten ist. 9-jährige sind zu klein, 50-jähre zu langweilig und 90-jährige zu alt. Aber das Alter ist mir egal, denn ich bin ja selber noch nicht einmal 10.

    Diesen Artikel extra herausgerissen und rumgeschleppt und heute endlich gelesen:

    Wen meint Frau Hauck mit „wir“? Wer macht, dass die Väter beim Familiennachzug wissen, wie die Rechtslage hier ist? (Brauchen wir eine Integrationsstelle, um Jugendlichen bei der 1. Steuererklärung zu helfen?) Wer räumt die Hindernisse weg und überlegt und schaut, dass die Gegenseitigkeit funktioniert auch neben dem Papier?

    Dass man bei fehlenden Sprachkenntnissen in der heutigen Zeit „nicht die Mängel hervorheben, sondern die Potenziale nutzen“ solle, ist abstrus. Ich frage mich, wie das geht, wenn ein Kind hauptsächlich mündlich einen albanischen Bergdialekt oder eine somalische Stammessprache im Familienkreis „beherrscht“. Was soll das heissen, die Migrantinnen hätten mehr Kinder, „das gleiche sich auf die Dauer aber an“? Wie lange dauert denn „die Dauer“ und wie kann sie überlebt werden? Diese Antworten sind so etwas von ignorant und so etwas von überheblich distanziert.

    „Kinder gelten als Ausländer, obschon sie sich nicht von Schweizer Kindern unterscheiden“, meint sie. Das ist auch so eine verwässerte „Tatsache“, denn – wie Frau Hauck richtig bemerkt – kennen viele Leute die Gesetzte nicht, auch nicht die zu ihren Gunsten, wenn sie längst eingebürgert sind.

    Jupiiii … Das einzige Schweizer Kind in der Klasse soll chancengleich behandelt werden, auch jupiii … von wem? Von „wir“. „Wir hier“ sind Tag und Nacht damit beschäftigt, über unsere Werte nachzudenken, besonders dann am Intensivsten, wenn mein Enkel (3rd) angespuckt und mit nassen Tüchern geschlagen, ihm schwuler Streber nachgerufen oder die Nase (mit dem Knie) eingetreten wird. Ich bin beruhigt, denn „wir“ sollten ja nach Gründen und Hilfsmöglichkeiten bei Männergewalt suchen und uns auch an den afrikanischen Erfolgsgeschichten, die nun wieder nicht bis zu mir vorgedrungen sind, laben.

    Es ist auch deplaziert, immer die Italiener zum Vergleich ins Feld zu führen. Diese kamen sicher aus bitterer Armut, litten mit ihren Familien hie und da unter der Mafia. Aber meines Wissens kamen sie nicht aus ausgebombten Dörfern, mit massakrierten Familienmitgliedern, vergewaltigten Frauen, verminten Feldern, vergifteten Bächen, mit Verfassungen aus grauen Vorzeiten, Sippenfehden…

    Ich will hier enden, denn wenn „wir“ an diesen Fragen arbeiten wollen, dürfen „wir“ nicht so tun, als ob das alles bei den nun 15 Jahre andauernden Sparmassnahmen nur ansatzweise zu bewältigen sei. Ich denke auch nicht, dass es heute genügt, Caritas-Erfahrungen, die ja auch schon eine Zeit lang hinter „wir“ liegen oder solche mit kirchenfelder Botschaftsangestellten, zu haben. So ein Scheissartikel.

    Zum sechzigsten Mal Geburtstag und endlich ein Blog. Ab und zu werden sich auch die Nachkommen melden. In den Blog gehören Freude und Trauer, echte Leidenschaften und gerechter Zorn der Hochhausgenerationen. Nach tausenden von Besichtigungen, Analysen, Überheblichkeiten, Entwicklungshilfen, „Aufwertungs-Ideen“ und baulichem Fehlpässen von Menschen, die über den Block urteilen aber im Häuschen wohnen, ist es Zeit für Stimmen aus dem Innern.

    … von hier oben.

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