Feste feiern


Vor 44 Jahren

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebe Tochter, hier im Selbstgestrickten (vom Chäsi-Grosi) und mit herzigen Patschhändchen.
Zusammen mit anderen Müttern im Block unternahmen wir damals mit euch Kindern lauter gesunde und lehrreiche Sachen: backen, basteln, töpfern, klettern, bräteln, baden, malen, lesen, verkleiden, weben, zelten, im Wald spielen …
Wir Mütter wollten alle nur das Beste;-)
Im Jahr, als dieses Foto von dir gemacht wurde, gab es unter uns allerdings eine heftige Diskussion über Tomi Ungerers „Biest von Monsieur Racine„. Einige Mütter fanden gewisse Details in den Illustrationen richtig schädlich und bedenklich und sie baten mich, ihren Kindern dieses Buch nicht zu zeigen. Uhren und Schirme im den Köpfen von Akademie-Mitgliedern, der Federhalter in der Nase einer Dame, über welche die Tinte runter tropft, der blutige Fuss im Bündel am Stock eines Wanderers – ein Vorgeschmack dessen, was die heile Kinderwelt noch heftig erschüttern sollte?

Du liebst die Arbeiten von Ungerer bis heute, wanderst auf zwei Füssen über Berg und Tal, trägst deine schöne Uhr am Arm und weisst die Zeit einzuteilen. Aus deiner Feder fliesst Lesenswertes und hast du einmal keinen Schirm dabei, schlüpfst du unterm Regen durch.
Ein gesundes, schönes, freundliches, interessantes neues Lebensjahr!

Foto: Kurt Iseli, Bern 1973

Zum Muttertag am vergangenen Sonntag habe ich nichts geschrieben.
Dabei hatte ich doch schon seit letztem Herbst ein passendes Muttertagsbild parat:

Mutter

Diese Urmutter ist Zentrum des Gartens wurde von ihrer Schöpferin Niki de Saint Phalle während sieben Jahren bewohnt. Der Mutterbauch ist eine Höhle aus Tausenden von glitzernden Spiegelscherben, bunten Figuren, Lampen, Türen, wenigen Möbeln, einem Backofen mit Gebrauchsspuren. Durch die Fenster in den Brüsten schaut man hinaus in die toskanische Landschaft.

Ich lebte und schlief im Inneren der Mutter. Die Kaiserin wurde zum Zentrum des Gartens.“ Niki de Saint Phalle.

Vergangenen September besuchte ich mit Tochter und Enkelkindern diesen Garten an einem toskanischen Hügel. Es war ein milder Herbsttag, an welchem die xtausend Glas- und Keramikplättchen der Figuren in der Sonne schimmerten. In dem etwas abschüssigen Gelände hatte ich mich zu Wanderstöcken überreden lassen.
Anfangs ziemlich missmutig und ungeübt stakste ich über die verschlungenen Wege. Klar wurde ich dabei von sportlichen Rentnerinnen und Rentnern überholt, die dann vor den Skulpturen ihre Notizen und Kunstführer zückten und etwas Kluges dazu zu sagen wussten.

Als ich in den 1980er Jahren ein Eau de Toilette „Niki de Saint Phalle“ geschenkt bekam – nachtblaues Flacon mit den zwei Schlangen auf goldenem Verschluss – hatte ich keine Ahnung, dass die Künstlerin daran war, diesen Garten zu schaffen und ihn u.a. mit den Einnahmen von den Parfüms zu finanzieren.
Der Besuch dieses zauberhaften Gartens und die Freude der Kleinkrähen zu sehen, die sich zwischen, auf und in den bunten, glitzernden Skulpturen tummeln, war ein unvergessliches Erlebnis.
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… im vertikalen Dorf.

Familie Hausmeister ist dem Aufruf der Stadt Bern gefolgt und hat im Block einen Neighbours’ Day organisiert. Die von der Stadt zur Verfügung gestellten Einladungen sahen ziemlich altmodisch aus mit lauter weissen Menschen vor langweiligen sterilen Häusern auf grüner Agglomerationswiese.
Heute früh regnete es in Strömen und Winterjacken waren angesagt. Zusammen mit seinen Helfern stellte der Hausmeister draussen ein Zelt und zwei Grills auf, dazu im geräumigen Hauseingang Esstische, einen Zeichentisch für die Kids, Bänke, Stühle und Matten für die Krabbelkinder.

Zusammen essen

Die kleinen Gaeste

Es gab unglaublich viel zu essen quer durch die Küchen der Welt. Die vietnamesichen Frühlingsrollen, der tamilische Schoggikuchen, das Huhn an scharfer Sauce nach einem ghanesischen Rezept, die kosovarische Pitte, die bernischen Schinkengipfeli und Zitronenmuffins fanden bei mindestens hundert Nachbarinnen und Nachbarn regen Zuspruch. Die Grills waren fest in Männerhand, und auch hier gab es grosszügigen Nachschub. Gefallen haben mir die Gespräche mit den Nachbarn. Bis zu welchem Alter darf man sich mit einer FC Bayern Mütze (Original) im Quartier zeigen? Höchstens bis ins dritte Lebensjahr, sonst sei YB angesagt, witzelte mein Nachbar, der einen Kiosk betreibt. Frau Scherz, Jahrgang 1942, outete sich als lebenslange treue Fanin der Berner. Sie kennt alle Stadien in der Schweiz, war immer mit dem Vater unterwegs zu den Spielen. 17 Jahre alt war sie, als 63’000 Zuschauer zusammengepfercht im Wankdorfstadion das Spiel der Jungen Buben gegen Reims mitverfolgten. War das eine Stimmung – unbeschreiblich – als Geni Meier dieses legendäre Tor schoss! Ein geschichtsträchtiges Spiel – unvergesslich, da waren sich der Mann vom Kiosk und Frau Scherz einig.
Da ich mich für alles interessiere (wenn ich Zeit habe), hörte ich auch Frau und Herrn Egger rechts neben mir gerne zu, als sie mir von ihrem früheren Leben auf dem Land in einem Berner Herrenstock mit wunderbaren alten Parkettböden und einem Bach durch den Garten samt Sprigbrunnen erzählten. Aber nun seien sie froh, im Block zu leben mit Lift und ohne Schwellen.

Die Kinder kümmerten sich nicht ums Wetter. Gespannt warteten sie darauf, dass die Hüpfburg aufgeblasen wurde.

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Der Stern

Heisser Tee für Gäste auf dem Hochhausdach 21. Stock. (Foto vom 22. Dez. 18:43 Uhr)

Bereits am späten Nachmittag schleicht sich an der Hauswand der Nebel hoch. Er verschlingt seelenruhig alle bunten Lichtgarben, -kugeln, -regen und es bleiben nur Knallen, Heulen und Pfeifen. Eigentlich gäbe es für mich in den letzten Stunden des alten Jahres noch eine Menge zu tun, wollte ich fixfertig aufgeräumt ins neue treten, aber ich lasse alles liegen und nehme noch einmal die zahlreichen Weihnachtskarten zur Hand mit den Wünschen, die ich hier weitergebe:

Kraft
Energie
Glücksmomente
Gesundheit
Zeit, um anzuhalten und
vorwärts zu schauen
Zufriedene Füsse
Freundschaft
Hoffnung
Offline mit dem Alltag und
online mit den Lieben um uns
Zeit für Dinge, die dir gut tun und
die du richtig gerne machst
Gelegenheit, um Erinnerungen zu pflegen,
die Gegenwart zu besprechen und in
die Zukunft zu schauen

Une très bonne année 2017

Lauchernalp
Foto (2nd, female) vom 31.12.2016, 17:41

Walliser-Alp – wo sich gerade ein Teil der Blogk-Familie aufhält – 1970 m über Meer nebelfrei

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Baum 16

Ein Baum aus dem Bremgartenwald.

Sie schmecken nach Mandeln und Orangen mit einem Hauch von Kirsch (?), sind schlicht rund, nur kurz gebacken, etwas blass und zergehen einem auf der Zunge – die diesjährige limitierte Weihnachtsguezli-Kreation aus der Backstube von 2nd, male heisst „Macaron Bhumibol„. Am Familientisch erinnern wir uns an die „Fleurs de Kaboul“ von 2005. Seitdem gibt es immer wieder eine neue, auf nur eine Weihnacht limitierte Sorte, die einen Namen zu einer politischen Aktualität des vergangenen Jahres bekommt.
Könige der festlichen Erzeugnisse sind und bleiben die Spitzbuben mit der Geleeüllung aus der eigenen Küche.
Die kleinen Krähen haben gezeichnet und geschrieben, verschenken allen Familienmitgliedern einen äusserst grosszügigen Komplimente-Brief. Nun habe ich es schwarz auf weiss: „Du bist nämlich nicht nur die gescheiteste, sondern auch die schönste, grosszügigste und liebste Grossmutter der Welt. Wir versuchen auch im 2017 das aller Beste. HO HO HO HO HO, fröhliche Weihnachten.“
(Danke, ihr Lieben, auch ich versuche im neuen Jahr das Allerbeste!)
Endlich kann ich eine langjährige Bildungslücke schliessen, denn neben anderen interessanten Büchern besitze ich nun eine feine Ausgabe „Anleitung zum Unglücklichsein“.
Wenn Scheren und Messer nur noch schneiden „wie ne tote Hung biisst“ (wie ein toter Hund beisst), freut man sich über die scharfen Neuen.
Köstlich fanden wir alle die Golf-Nudeln aus der VW-Servicefactory Wolfsburg, Mitbringsel von einem Arbeitseinsatz. (Serviettenhalter mit Mercedes-Logo müssen dann nicht unbedingt sein;-))

Es war wieder ein turbulentes Weihnachtsfest mit ein bisschen überdrehten Kindern und eigentlich müden Erwachsenen, feinem Essen, gutem Wein. 2nd, male spielte auf dem Klavier einige jazzig angehauchte Weihnachtslieder, zu welchen nun auch unser jüngstes Familienmitglied (2nd3rd, female, 13 Monate alt) tanzen wippen konnte.

Pauluskirche

Ehrlich gesagt komme ich mir in dieser Christnacht meinem Quartier gegenüber ein bisschen untreu vor, besuche ich doch den Gottesdienst mit Tochter und Enkelin in einem anderen Stadtteil. Der Grund: zwei Familienmitglieder singen im Weihnachtschor.
Am Eingang verteilt der Sigrist den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern eine Kerze. An der prächtigen Weihnachtstanne glitzern Sterne und Kugeln mit den Orgelpfeifen (2300 Stück!) um die Wette. Die Glocken läuten. Der Chor, geführt von einem jungen Dirigenten, jubiliert In Dulci Jubilo. (Muss meine Tochter, ehemalige Flamencotänzerin, daran hindern zu klatschen und Olé zu rufen).
Der Pfarrer streicht sich nun auf diskret schwarzem Tablet durchs Gebet und dann durch die Weihnachtsgeschichte nach Lukas, Kp. 2. Wie viele Jahre ist es her, seit ich diese wieder einmal erzählt bekomme? Sehr feierlich – ich kann sie immer noch auswendig von „Es begab sich aber zu der Zeit…“ bis „… wie denn zu ihnen gesagt war.“

In flottem Tempo und mit freudigem Elan nimmt der Dirigent die Gemeinde mit auf die Fahrt durch die alten Weihnachtslieder Ros‘ entsprungen, Ehre-sei-Gott- in- der- Höhe-Kanon – klingt voll und rein, Stille Nacht und Oh du fröhliche ebenso. Kein Wunder, hier singen viele Lehrerinnen und Lehrer, Leute, die ein Instrument spielen, Mitglieder von Orchestern. Sie kennen die Lieder auswendig.
Der Sigerist zündet die Kerze an und gibt das Feuer weiter. Dieses Licht vom Nachbarn nehmen passt mir weit besser als das „U-itz-gäbe-me-alli-enand-d’Hand“ – nur peinlich.
Noch ein Himmelhoch vom Chor, dann die Fürbitte und die Kollekte für palästinensische Frauen und ihre Kinder und die Flüchtlinge in Bern. Dann Segen ohne Tablet. Der junge Organist lässt es fröhlich durch alle 2300 Pfeifen brausen. Gesittet rückt man dem Ausgang zu. Als ich meinen Batzen in den Opferstock fallen lasse, gibt es kein Geräusch, die Blechpinte ist bis obenhin voll mit Noten.
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Noch nie habe er so viele Tannenbäume verkauft wie in diesem Dezember. Zahlreiche Kunden und Kundinnen seien zum ersten Mal zur Verkaufsstelle im Bremgartenwald gekommen, erzählt der Förster. Je böser es in der Welt zu und her gehe, desto mehr hätten die Menschen das Bedürfnis, einen Baum zu schmücken – oder mögen sie einfach beim Grossverteiler keinen angetrockneten mehr kaufen? Herr Werder weiss es nicht, hat alles geholzt, was an Tannenbäumen „nache“ war und weiss, dass nur noch kleine und mittlere Rottannen für den letzten Ansturm übrigbleiben. Unseren Baum, eine zweieinhalb Meter grosse Nordmanntanne, bekam er gestern aus dem Wald seines Freundes – die letzte in dieser Grösse.
Obwohl der Hochnebel keinen Sonnenstrahl durch lässt und sich nirgends ein Flöckchen Schnee verfangen hat, ist die Stimmung zwischen Tannenbäumen, Feuerholzbeigen, Deckästen und Mistelzweigen friedlich. Der Förster sorgt dafür, dass der Baum sicher transportiert werden kann und zu Hause in die Halterung passt.

Jedes Jahr nehme ich mir vor, einen sogenannt „besinnlichen“ Advent zu machen mit vier roten Kerzen, *Vorlesebuch für die Enkelkinder und früh eingekauften Geschenken. Aber immer kommt etwas Unvorhergesehenes dazwischen, so dass ich ausser dem Türchen im Adventskalender nur wenig Besinnliches zu Stande bringe.
Schön und festlich war die Party meiner beiden Töchter, die ihren Dezembergeburtstag zusammen feierten, mit Fondue riche beim Feuer im Garten mit vielen warm eingepackten lustigen und interessanten Gästen.
Daneben gibt es aber Dezember-Erinnerungstage, an welchen uns Familienmitglieder und Freunde abhanden gekommen sind, weil sie nicht mehr leben wollten. Das macht traurig, und wenn sich ein solcher abrupter Weggang jährt, hat man wieder einige schlaflose Nächte. Dazu kommen die schlimmen Nachrichten aus der Welt. Lässt man das Feiern nicht besser bleiben?

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Turnier III

Liebe jüngere grosse Tochter

Herzliche Glückwünsche zu deinem Geburtstag!
Diese Sommerfötis von „deinem“ Fussballturnier passen gut zu dir: du kannst Menschen begeistern und bei Kindern das Beste herausholen.
Einen frohen Start ins neue Lebensjahr und viel Mut, Schwieriges in Angriff zu nehmen.

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Am Ganges

Liebe grosse Tochter,
Dieses Foto habe ich mit einer billigen indischen Kamera und einem vom Datum her längst abgelaufenen ungarischen schwarzweiss Film gemacht.
Wir besuchten 1979 eine kleine Siedlung in einem Wald hinter Rishikesh. Ein Franzose hatte oberhalb des Flusses Ganges eine Zufluchtsstätte für Lepröse und ihre Angehörigen aus der Region gebaut. Bei seinen Freunden und Bekannten in Europa sammelte er Spenden für Medikamente und verkaufte ihnen die im Dorf hergestellten Handarbeiten.
Du hattest deine Sasha-Puppe „Fallera“ dabei, was die Bewohnerinnen und Bewohner sehr freute und verwunderte.

Mit diesem „alten“ Föti alles Liebe und Gute zum Geburtstag!

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Ostereier auf rotem Reis

Wieder einmal mit allem im Verzug!
Der Beitrag zum Vollmond blieb liegen, weil magenverstimmte Kleinkrähe Zuwendung mit Haferschleim brauchte und auch die Ostergrüsse erscheinen etwas knapp. Daran ist die Stunde schuld, die mir durch die Umstellung zur Sommerzeit fehlt. Letzte Nacht hatte ich – im Hintergrund einen alten Wallander und dann einen wiederholten Beck – Schoggi- und Marzipaneier, Paninibilder, Glückskleetöpfchen, Comics und Osterhennen aus Milchschokolade in der Wohnung versteckt.
Als schliesslich der Ostertisch …

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Die Feuerwerkverkäuferin beim Orangen Riesen sollte Recht behalten, als sie bei den Raketen mehr zum „Huere Chlapf“ als zu bunten Feuergarben riet. In der Silvesternacht hingen Nebelschwaden über Berns Westen, so dass Kracher und Knaller tatsächlich wirkungsvoller waren, als bunten Kugeln, Sternenregen und Glitzerschweife.
Am Vormittag traf ich mich mit meinen Freundinnen zum Silvesterkaffee. Ein TV-Mann wollte uns Frauen überreden, vor laufender Kamera ein veganes Festmenue – es stand bereits hübsch angerichtet im hinteren Teil des Restaurants – zu testen. Diese Freude konnten wir dem Reporter um 09:00 Uhr früh nicht machen. Leider, denn sein Sender ist eigentlich ein netter, mit netten ModeratorInnen, welche über die regionalen Autounfälle und anderen regionalen Dramen einfühlsam berichten. Ich wollte den Enttäuschten trösten und sagte:
„Sicher kommen bald zahlreiche Gäste, die mitmachen möchten.“
„Es müsste jetzt sein, denn ich bin im Druck, wenn wir heute Abend senden wollen.“
„Sie haben doch den Bären im Logo und der ist ja mehr ‚gsatzlig‘ und kein ‚Jufli‘?
„Fernsehleute sind immer pressiert, ob Bär oder Löi.“

Das vergangene Jahr hat uns Schönes und bis in die letzten Tage auch Trauriges gebracht. Herzlichen Dank für die guten Wünsche, die feinen Guezli, die lieben, passenden Geschenke und die Besuche bei mir im Block und im blogk.

Auf ein gefreutes, neues Jahr!

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Die ganze vergangene Woche wurden Wetterapps (allgemeine und regionale), Wettergrafiken in Zeitungen, Berichte im TV, wandernde, schwimmende, gärtnernde Nachbarn, ja, sogar die Frösche im Schulteich befragt, wie äch das Wetter am Sonntag … Alle meldeten Regen, Regen. Regen wäre ja wunderbar, aber da ist (nicht mehr ganz) Kleines Mädchen, welches sich nichts anderes zum Geburtstag wünscht, als ein Fest mit Feuer …

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Produkt vom Karfreitag

Ostereier auf Mais in marokkanischer Schale.
Wir wünschen allen ein frohes Pessachfest!

Allen Leserinnen und Lesern dieses Blogs
von Herzen frohe Weihnachten!

Eis 1

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Fingerhut

Ein Höhepunkt im Leben der versorgten Buben (ca. 1962): das weihnächtliche Theaterspiel. Der junger Lehrer HP. H. engagierte sich in zahlreichen Überstunden und verwandelte sie für einen kurzen Moment in zarte Elfen, links mit Stock der bucklige „Fingerhut“ , …

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… alles Liebe und Gute zum Geburtstag, liebe jüngere Tochter!
Der Dezember ist immer ein Monat, in welchem einige Archivschachteln und Dateien durchstöbert werden. Dann nehme ich etwas daraus, was mir besonders gefällt.
Hier meine Auswahl von heute: Camargue, April 2011

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… herzliche Glückwünsche, liebe Tochter!
Hier ein paar Fotos, die ich an der Diplomfeier vom 1. Juli 2014 im Freigymer gemacht habe.
Als Mutter hat man ja nicht oft Gelegenheit, die berufstätigen Kinder „in action“ zu fotografieren;-)

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Im Rüegsauschachen ca. 1946

Grossmutter Elise G. mit ihrer ersten Enkelin, ca. 1946

I söll doch bitte zum Geburtstagsapéro öppis säge, hei miner Töchtere gmeint.
Wie macht me das, ohni dass es e Art vorzogni Grabred wird?
I has probiert:

Weme gsung u zwäg sibezgi cha wärde, isch das es Glück u nid sälbverständlech.

Ganz ohni Regle u Wiisheite vo de Altvordere wärs allwäg nid so guet gange. I ha es paar drvo notiert, wo ni euch nid möchte vorenthalte. Wär weiss, villicht chöit dir die einti oder angeri bruche.

Mi Grossmueter, d Rosa Schenk, het mir, woni no chlyn bi gsi, d Angscht vor wilde Tier gno, wo im Troum oder in Würklechkeit eim so chönnti begägne. „Stang eifach a Wägrand u sing es Lied,“ het si grate. Si het das nid sälber ustänkt. Es isch im „Schäflihirt“ gstange, däm Blettli, wo dr Brüederverein für d Jugend monatlech useggä het. D Grossmueter het mer es Bildli zeigt mit eme gfürchige Löi drufe. „Also, wen i däm ‚Gott ist die Liebe’ singe, macht dä mir nüt“ ha ni gwüsst.
Speter het de dr Vater albe vo mene Kolleg verzellt, wo die Singregle nid het kennt u em Löi darum i d Schnure ine greckt heig bis zum Schwanz hingere u ne de grad – ruckzuck – lätz gmacht heig. I bi nume einisch im indische Dschungu churz amene Tiger begägnet, für nes Lied häts gar nid glängt.

Mit mire angere Grossmuetter, dr Elise Glauser Pfeiffer, bin i öppe a dr Ämme uf dr Rüeggsousite ga spile. Mängisch si mir o uf dr Holzbrügg i ds Wasser abe ga luege. Wemer lang gnue uf d Ämme gluegt hei, hei mer gmeit, mir fahri.
Schiff fahre het mer gäng gfalle, sigs uf em Meer, ufeme Kanal oder uf em Thunersee.
Wi mir ja vo üsem Unggle Graf Ärnscht wüsse, sött me sech der Wunsch nach ere Thunerseefahrt müglechscht schnäll erfülle. Dr Ärnscht isch nämlech gschtorbe, bevor är no einisch uf em See isch gsi.

Das i chli verchlemmt bi u sicher ke Meischterin i dr sexuelle Ufklärig, ligt nid a mine Eltere. Wo ni öppe füfi bi gsi, hei si mer gseit, wie das geit mit de chlyne Ching. Dr Liebgott schickse vom Himu obenabe u si chömi blutt uf d Wält – „nackt und bloss“. I bi de mängisch lang am Fänschter gschtange u ha ghoffet, so nes Bebe gse abezsägle. Aber nüt ha ni gseh, u i has vo däm Libgott fiis gfunge, dass er o Bebe blutt abeschickt, wes chalt isch u rägnet.

Drum bin i froh dass dir alli guet sit glandet.

I ma mi erinnere, das i lang zwe grossi Wünsch ha gha, nämlech e Isebahn Wage voll Wule u e Isebahnwage voll Büecher. Vo beidem hani i als Ching gäng zweni gha. Es Strängli Wulle het für mi Fuessgrössi lang nume für ei Socke u ds Börtli vom zwöite glängt.

Dr „Schäflihirt“ isch jede Monet cho u i ha ne scho bevor das i i d Schuel bi cho, sälber chönne läse. Iprägt het sech mir die Gschicht vom chlyne Negerbüebli us em heisse Afrika, wo mit sire Mueter het ufe Acher müesse ga. D Muetter het vil Fuhre ghacket u äs het ds Meiss dri gleit, wie d Mueter ihm het gseit. Aber äbe, das Büebli hets de nid eso genau gno, was me de ersch speter gseh het, wo die Saat isch ufgange.
Das isch für mi e Lehr für ds Läbe worde.

I ha eigentlech zum Isebahnwage voll Büecher wölle cho.
I dr Oberschuel hani 2 Büecher i dr Wuche dörfe näh. Es het eifach i dam Bibliotheksschaft vo der Sek Riggischbärg nume wenig ha. De hani de no chönne die Büecher etlehne, wo dr Unggle vore Schuelkollegin währet em Studium het gläse u deheim im Stöckli het la lige: Schopenhauer, Veterinarmedizinisches, Förschtergschichte vom Ludwig Ganghofer u Bärgstigerromän vom Gustav Renker.

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Neujahrskarte um 1910

Neujahrskarte um 1910 aus dem Nachlass von Albert,
unterschrieben: Familie Hofmann, Tannegg)

Was tut wohl die Rose zur Winterszeit?
Sie träumt einen hellroten Traum.
Wenn der Schnee sie deckt um die Adventszeit,
träumt sie vom Holunderbaum.
Wenn Silberfrost in den Zweigen klirrt,
träumt sie vom Bienengesumm,
vom blauen Falter, und wie er flirrt.
Ein Traum, und der Winter ist um!

Aus:
Kaléko, Mascha: Werke aus dem Nachlass Bd. I, München : dtv, 2012, S. 546, ISBN 978-3-423-59087-7

Als die reformierte Kirche Ende der achziger Jahre den Jugentreff schloss und den Beitrag an die Quartierbibliothek (Fr. 4000.-/Jahr) mit der Begründung aufkündigte, die Angebote würden ja hauptsächlich von „Nichtchristen“ genutzt, trat sie aus der Kirche aus. Der Pfarrer bat sie inständig, diesen Entschluss zu überdenken und sich wenigstens ein Türchen … Die Austrittsgründe möge sie doch bitte einem Ausschuss des Kirchgemeinderats darlegen. Sie unterschrieb das Austrittsformular bei der Kirchensekretärin Frau Freudiger, die ausserdienstlich ins Büro kam (der Gerechtigkeit halber muss geschrieben werden, dass auch ihr Pensum um 15% gekürzt worden war). Somit fiel das Türchen zu.
Das war vor 25 Jahren.

Da der Schnee anstatt auf der Erde im Sprunggelenk sich anhäuft, also kein festlicher Schneespaziergang, beschliesst sie, wieder einmal in die Kirche zu gehen. Die Auswahl der Events im Quartier sind vielfältig: „Kirche im Quartier“, „Familiengottesdienst mit anschliessendem Nachtessen“, „Festliche Mitternachtsmesse“, „Christnachtfeier“, „Gemeindeweihnacht“, „Weihnachtsgottesdienst mit oder ohne Abendmahl“. Sie wählt Familiengottesdienst „Mitsingweihnachten“ da sie gerne mitsingt, d.h. im Alter nun gerne mitbrummt. Sie weiss unzählige Strophen auswendig, aber leider werden die Lieder in der Kirche alle zu hoch angestimmt.

Zusammen mit zwei willigen Familienmitgliedern marschiert sie unter dröhnenden Glockenklängen (der moderne Turm ist viel zu niedrig), vorbei an den Reihenhäusern, deren Fenster festlich scheppern, zur Kirche. Rechaudkerzen in Konfigläsern weisen den Weg. Das Gotteshaus ist gut besetzt. An drei Rottannen (einheimisch, anspruchslos, preisgünstig) brennen die Kerzen. Keine Kugel verdirbt die Schlichtheit. Ausser dem Notebook auf dem Pult vorne im Schiff hat sich in den vergangenen Jahren nichts geändert.

Sogar der grosse Stern hängt noch an der Wand, in den Achzigern gepatchworkt von den Dienstagsfrauen der Kirche.
Man hat sie damals zu diesem geselligfrohen Sticheln Nähen auch eingeladen. Obwohl sie zu dieser Zeit mit der Nadel flink umgehen konnte und so manch altes Kleidungsstück in herzige Kinderkleidchen umnähte, hielt sie sich von diesen Dienstagsfrauen fern. Ihre Freundin Heidi hat das nicht getan, trat in die bereits eng zusammengesteppte Gruppe ein. Heidis Dienstagsstiche an den Sternenschnipseln wurden von der Oberdienstagsfrau jeden Montag aufgetrennt, weil zu wenig fein. Heidi verliess, völlig zerknittert und zerstochen die Frauengemeinschaft noch bevor „der Stern“ alle seine Zacken hatte.

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