Dezemberkind

(Foto: Driss Manchoube, Bern 1983)

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, liebe zweite Tochter, hier in selbstgestrickter (von mir), violetter Mütze und einem violetten, bestickten Zottelgeissledermantel aus dem Iran. Alles hat prima zusammengepasst, aber der penetrante Ziegengeruch des Mäntelchens war eine Plage. Ich versuchte es zu waschen, aber das war dann sein Ende. Das hübsche Stück landete stocksteif in einem Sammelsack.
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Hausberg mit Wolken

(Samstagmorgen aus meinem Fenster: Gurten und Ulmizberg unter Wolken, 09:26)

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Vor 44 Jahren

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebe Tochter, hier im Selbstgestrickten (vom Chäsi-Grosi) und mit herzigen Patschhändchen.
Zusammen mit anderen Müttern im Block unternahmen wir damals mit euch Kindern lauter gesunde und lehrreiche Sachen: backen, basteln, töpfern, klettern, bräteln, baden, malen, lesen, verkleiden, weben, zelten, im Wald spielen …
Wir Mütter wollten alle nur das Beste;-)
Im Jahr, als dieses Foto von dir gemacht wurde, gab es unter uns allerdings eine heftige Diskussion über Tomi Ungerers „Biest von Monsieur Racine„. Einige Mütter fanden gewisse Details in den Illustrationen richtig schädlich und bedenklich und sie baten mich, ihren Kindern dieses Buch nicht zu zeigen. Uhren und Schirme im den Köpfen von Akademie-Mitgliedern, der Federhalter in der Nase einer Dame, über welche die Tinte runter tropft, der blutige Fuss im Bündel am Stock eines Wanderers – ein Vorgeschmack dessen, was die heile Kinderwelt noch heftig erschüttern sollte?

Du liebst die Arbeiten von Ungerer bis heute, wanderst auf zwei Füssen über Berg und Tal, trägst deine schöne Uhr am Arm und weisst die Zeit einzuteilen. Aus deiner Feder fliesst Lesenswertes und hast du einmal keinen Schirm dabei, schlüpfst du unterm Regen durch.
Ein gesundes, schönes, freundliches, interessantes neues Lebensjahr!

Foto: Kurt Iseli, Bern 1973

katzenmusik

Dem Künstler nachträglich gute Gesundheit und viel Schönes zum neuen Lebensjahr!
Den LeserInnen wünsche ich viel Freude beim Üben von Weihnachtsliedern, mit oder ohne Katzenbegleitung.

Hüt am Morge früeh het’s bi mir i dr Chuchi nach Louch, Chnoblech u Tomate gschmöckt, wil i e Sosse ha über gha. Wahrschiinlech het mi dä Gruch vo Chrütter u das süüferlige Chöcherle nach so langer Zyt a d’Dworah erinneret. Nid d’Dworah mit de rote Haar, nei, die angeri us Russland, wo eigentlech gäng am Choche isch gsi. Tagsüber isch si i dr Schuelchuchi am Herd gstange u ab de Viere am Namittag het si deheime öppis bröselet: Toscht, herti Eier, es Schnitzeli vom Truthahn, u o dr Chueche (Ugah) u d Chrömi (Ugioth) hei nie dörfe fähle. Am beschte isch ihri Suppe gsi, heiss, würzig, mit hällgälbe Hüehnerfettouge. Uf em grosse Herd i dr Schuelchuchi het’s gäng e Suppe imene Pfänni gha, wo vor sech häre bblöderlet het. Dr Aasturm uf die „hindl zup“ het sech i Gränze ghalte u o ig ha mi zersch müesse a die Hüehnerfüess, wo so suber mit gälblech glänzige Chlaue drinn si gschwumme, müesse gwane.
D’Quarkchüeche vo dr Dworah si eifach e Troum gsy, mit Vanille u Wiibeeri. D’Schüelrinne u d’Schüeler hei chum möge warte, bis die riisige Bläch us em Ofe si cho u hei sech de üf das Dessär gstürzt.
D’Dworah isch bi de Lüt nid unbedingt beliebt gsy. Si isch ungloublech gwungerig gsy u het sech i alles igmischt. Das wär ja no gange. Das hei angeri o gmacht. Ufgregt hei sech vil Lüt, dass si jede Tag Anke, Frücht, Eier, Fleisch u Rollmöps us dr Gmeinschaftschuchi * hei treit het, o we d’Schäft scho voll si gsy vo Ässware. Mängisch het si ihrer Nachbare gfragt, göb si öppis i ihre Chüehlschrank dörf stelle, will si bi sich ke Platz me het gha.
„Dr Chrieg u z’Lager si verby! We das die Frou doch ändlech würd begriiffe. Si cha doch drü Mal im Tag mit ihrem Ma im Spyssaal ässe,“ hei sech d’Dorfbewohner gnärvet.
I gseh die Frou vor mir, e Babuschka mit Schöibe u Chopftuech. Hie zupft oder schnit si öppis ab, packt e Bitz vo öppisem i ne Serviette, leit öppis i nes Tällerli, stosst es paar Orangsche i d’Jaggetäsche. Ihrer Backe si rund, will si grad öppis us Platzmangu dert het müesse deponiere.

( * Gemeinschaftsküche im Kibbuz)

Wolkengesicht

(Bild 2: Wolkengesicht, 15:02)

Wenn Ende November die Blumenzwiebeln zum halben Preis verkauft werden, werde ich schwach. Mag es draussen frieren, regnen, stürmen, hageln, sicher verlasse ich den Laden nicht ohne ein paar dieser porösen Täschchen mit dem meist unansehnlichen, knolligen Inhalt.
Gestern, es war kalt und sehr nass, kaufte ich beim Orangen Riesen zwei Packungen Zwiebeln von schneeweissen Aprilglocken (20 Stück für Fr. 4.90). Nachdem ich an der Kasse meinen Wochenendeinkauf bezahlt hatte, kam die Verkäuferin vom Blumenstand zu mir und schenkte mir noch eine Packung. Es sei die letzte und sie wolle diese heute nicht mehr hämpfele (in die Hand nehmen).
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Schnee ist angesagt

Jedes zweite Jahr im Oktober werden in der Stadt Bern die schönsten Grabmäler prämiert.
Die Gräber meiner Eltern im Dorf würden nie einen Preis bekommen. Dafür sind sie zu un-ordentlich. Auf ihnen wuchern Minze, Thymian, Bohnenkraut, Rosmarin und Lavendel. Kaum hat man die Büschel etwas in Form gebracht, schiessen sie wieder respektlos ins Kraut. Ein Gutes hat dieser Wildwuchs auf kleinstem Raum: Er wird von unzähligen Bienen besucht.
Nun ist es wieder höchste Zeit für die Winterabdeckung, denn zu den Allerletzten, die abräumen, sollte man nicht gehören. In der nahen Baumschule kaufe ich frische Weisstannäste – Chrisescht.
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für einen nasskalten Regentag:

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Waechter 1

Waechter, Friedrich Karl (1937-2005)
Vollmond, Zürich: Diogenes, 2005, ISBN 978-3-257-0650-7

Von einem, der zuerst den Umweg über den Mond machen muss, um zu merken, dass seine Liebe schon längst vor der Haustür auf ihn wartet.

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Traurig

Sie war eine Erzieherin mit Engelsgeduld – begnadet eben. Bei ihr gab es keine hoffnungslosen Fälle. Selbst die Wildesten und Ungehorsamsten hörten auf sie. Mühsame Eltern und taube Behörden brachten sie nicht aus der Ruhe. Jahrelang sorgte sie auf kleinstem Raum dafür, dass die Quartierkinder nach der Schule betreut wurden, spielen, essen und Hausaufgaben machen konnten.
Vor zehn Jahren richtete sie im ehemaligen Keramikatelier eine Tagesschule ein, denn die Nachfrage nach Betreunungsplätzen stieg von Jahr zu Jahr.
Dass „ihre“ Schützlinge einen Beruf erlernten, dafür engagierte sie sich unermüdlich, gab Nachhilfestunden und half bei der Lehrstellensuche.
Ganz wichtig war ihr die Ausbildung von jungen Erzieherinnen und Erziehern. Ihren Praktikantinnen und Praktikanten war sie Beraterin und Vorbild. Sie hat mitgeholfen, aus der Betreunngsarbeit in einer Tagesschule einen anspruchsvollen Beruf zu machen. Dank ihr hatten zahlreiche Kinder einen leichteren Start hier in der Schweiz und eine schönere Kindheit.
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… das Laub vom Baum
und gibt es den Winden zu eigen.
Die führen es fort im weiten Raum,
weit fort von den trauernden Zweigen.

Die stehen jetzt da mit kahlem Haupt:
Wer hat uns beraubt, wer hat uns entlaubt?
Wo sind die Blätter, die lieben, geblieben?

Doch die, vom wirbelnden Winde getrieben,
haben längst vergessen, wo sie gesessen.

(Rudolf Löwenstein, 1819-1891)

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Herbstmorgen

(Blick aus dem Schlafzimmerfenster 05.10.17, 09:43)

(Hängen gebliebener WMDEDGT? – und Vollmond-Beitrag):

Ich wälzte mich auf Finis Couch hin und her und versuche in den „Alles-wird-gut“-Modus zu schalten, aber es funktioniert nicht. Ich liege lange wach, und als ich endlich eingeschlafen bin, träume ich von zweitausend enthaupteten Nerzen….

Das bin natürlich nicht ich, sondern Torti, frühere Umweltaktivistin und Ich-Erzählerin in „Das wissen wir schon“.
Heute stehe ich spät auf und will einmal fast nichts tun, nehme ich mir vor.
Eigentlich ist das für mich nur eine Art Entschuldigung, weil ich sowieso nichts tun mag. Seitdem die Kleinkrähen ausgeflogen sind, bin ich schlapp und antriebslos. Endlich hätte ich nun viel Zeit, wie die meisten Rentnerinnen und Rentner, die ich kenne, aber ich nutze sie nur schlecht. Schaue mittelmässige, alte Filme, lese ein bisschen, putze ein Fenster, bügle meine Shirts, koche Sugo –
und warte auf eine Nachricht aus diesem kleinen Nest im kosovarischen, gebirgigen Hinterland, wo meine Enkelkinder ihre Verwandten besuchen.

Nach dem ordnenden Rundgang durch die Wohnung lege ich mich auf mein frisch ganz in Grün bezogenes Bett in die Sonne und stelle mir vor, es wäre die grüne Wiese …
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Kein Klingeln an der Tür, weder Comics noch Bücher auf dem Sofa, keine Legos, Schulhefte, Turnsachen, Schuhe, Jacken, Fussbälle auf und unter Tischen und Bänken, keine Roller, Fahrräder oder Kinderwagen vor der Wohnungstür, Kissen, Teppiche und Decken faltenlos, niemand, der hungrig zum Zvieri kommt – sie sind ausgeflogen, die Kleinkrähen in die Herbstferien mit ihren Eltern.

Das sei doch gut, meinen meine Bekannten, da könne ich mich so richtig erholen. Ganz unrecht haben sie nicht, obwohl dieses „Zeit haben“ etwas geübt werden muss. Ich ärgere mich z.B. über die lange Wartezeit auf der Post. Alle Schalter sind zäh besetzt. Eine Tochter zeigt ihrer Mutter, wie sie Geld abheben kann, aber zuerst muss der Zettel mit dem Sicherheitscode in der Handtasche gefunden werden. Eine Familie will Geld nach Ghana schicken. Es scheint ein Ausweis zu fehlen. Jemand lässt sich die neuen Briefmarken zeigen, ist auf der Suche nach „etwas Besonderem“.
Ich habe Nr. 404 gezogen. Jetzt ist 392 dran.
Heute habe ich doch Zeit zum Warten!
Nachdem ich alle Titel der Bücher im Gestell gelesen und ein Rätselheft für meine Nachbarin ausgesucht habe, blinkt endlich meine Nummer auf.
Im Laden neben der Post kaufe ich 2 Bauernbrote und 1 Ragusa.
„Macht 10.05. Haben Sie 5 Rappen?“
„Nein, leider nicht. Wer hat heute noch 5 Rappen? Ich gebe Ihnen 10, dann habe ich 5 fürs nächste Mal.“
Als ich meine Brote einpacke, spricht mich ein älterer Mann an: „Sie haben keine Fünfräppler? Hier nehmen Sie ein paar von mir.“ Er schenkt mir eine Handvoll Fünfer.
Das Rätselheft und ein Brot bringe ich meiner Nachbarin.
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Ball 3

Im Gebäckkasten liegen noch zwei Donuts mit weisser Schokoladenglasur und rosa Zuckerperlen. Draussen auf der Terrasse werden Tische und Stühle zusammengeklappt. Die Sonnenschirme sind abgebaut. Ich bestelle im Restaurant die letzte Tasse Milchkaffee der Saison. In einem Glas sind kleine Mustertuben Sonnenmilch einer teuren Marke aufgestellt. Ich solle doch zwei nehmen, meint die freundliche Frau an der Kafeemaschine, schliesslich brauche man ja auch im Winter einen Sonnenschutz. Sich ein bisschen Sonne im Stadt-Winter vorzustellen ist schön.
Das Wasser ist 16° warm, was ich nach der kühlen Nacht nicht erwartet hätte. Noch einmal stelle ich mich unter die Dusche und tauche dann ein in den geliebten Badeweiher, in welchem ausser mir niemand mehr schwimmt. Eigentlich bin ich schon beim Anbaden immer ein bisschen wehmütig, wenn ich an das Ende des Sommers denke.
Auch in diesem Jahr fehlten einige Alteingesessene. Der Mann mit der Beinprothese komme nicht mehr, berichteten seine Kollegen bereits im Mai. Seitdem er im Seniorenheim wohne, gehe es ihm nicht mehr so gut – psychisch. Er sehe sein „Vermögeli“ halt rapid schmelzen und das sei schwer für ihn. Käthi und Walter haben die Umkleidekabine an ihre Tochter weiter gegeben. Sie sind in eine Alterswohnung mit Lift gezogen. Sommer für Sommer sassen sie mit dicken Büchern auf der Terasse des Schimmbades.
Obwohl einem die Alten fehlen, Nachwuchs ist zahlreich vorhanden – GsD.
Auch heute suche ich, wie jedes Jahr, nach einem Sujet zu meinem letzten Badetag. Ja, ich dürfe ihn fotografieren, sagt mein Enkel, der den freien Platz ums Bassin geniesst, aber der Ball müsse auf den Bildern immer in der Luft sein.
Also:
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Krümelmonsters Lied an den Mond
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Das Traktätli liegt zwischen meinen Zeitungen. Das Titelbild dieser evangelischen Schrift zeigt eine lockere Reihe junger, weisser Männer in Flip-Flops, Bermudas und T-Shirts. Sie gehen ein wenig gebeugt, als suchten sie etwas im Gras, auf ein modernes weisses Gebäude zu. Ist das ihr Himmel? Der Text nimmt keinen Bezug auf das Bild. Gutes tun und gut werden reiche nicht, um in den Himmel zu kommen, dazu brauche es die Wiedergeburt, steht auf der Rückseite.
Ups, dieses Schriftchen wirft mich in meine Kindheit zurück, als ich Sonntag für Sonntag die nachmittäglichen Laienpredigten in Bauernstuben und Vereinshäusern des Evangelischen Brüdervereins über mich ergehen lassen musste.
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Nach und nach …

Vollmondorchester

… landeten immer mehr Mitglieder des Vollmondorchesters
auf dem Mond
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Etiketten

An einem heissen Tag ist ihr Inhalt nicht zu verachten, aber ihre Etiketten bleiben auch an Regentagen cool.

Als es im Frühling wieder einmal so beissend kalt war, hatte ich mir vorgenommen, an Hochsommertagen, sollten sie dieses Jahr dann kommem, nicht in das Hitzeklagelied einzustimmen.
In den letzten Nächten schlief man allerdings am abgekühltesten zwischen vier und sechs Uhr, deshalb stehe ich auch heute erst gegen sieben auf. In der ganzen Wohnung verteilt warten Taschen, Schachteln, Mitbringsel aus dem Delta, ungelesene Post. Nach einem kurzen Abstecher ins Badezimmer, wo ich mich schnell für den Tag zurecht mache und eine Maschine Schwarzes fein in Gang setze, beschliesse ich, allen herumliegenden Kram in Ruhe zu lassen und schwimmen zu gehen. Ein sehr knappes Gling an der Tür. Ich schliesse auf. Meine jüngste Enkelin auf dem Arm ihrer noch etwas verschlafenen Mutter streckt mir ein Joghurt „Ogu“ unter die Nase. Klar, dürfen sie herein kommen, damit der Rest der Familie noch ein bisschen schlafen kann.
Auf dem Balkon trinke ich Kaffee mit meiner Tochter, während Kleinstmädchen Ogu mit Brombeeren isst und anschliessend mit den Enten, die im Giesswasserbecken schwimmen, spielt. Später gibt es noch einen wilden Ritt auf dem Schaukelpferd, wobei die Reiterin mit der Zunge den Gang eines Pferdes nachmacht. (In den Ferien konnte sie sich nicht satt sehen an den Pferden und Ponys in der Camargue).
Inzwischen ist in der Wohnung vier Stockwerke unter mir der Rest der Familie aufgewacht. Grossesmädchen und ich gehen schwimmen, während S. (2nd2nd, female), den Einklauf übernimmt.
Heute Abend kommt die Blogk-Familie zum Grillen in den Garten.

Beeren 1 Beeren 2

Urgrossvaters Himbeerstauden tragen wieder feine Früchte.

Salinen

(Postkarte aus der Rue de la Poissonerie)

Früher stand er mit seiner Kamera während der ganzen Sommersaison am Kanal, fotografierte Familien und Pärchen vor Fischerbooten und Leuchtturm. Die Bilder konnten über ein paar steile Treppenstufen in seinem Lädelchen in der Rue de la Poissonerie noch am gleichen Tag abgeholt werden. Besonders hübsche Ferienbilder kamen als Werbung in den Schaukasten am Quai Colbèrt.
In vielen Sommern kauften wir dort unzählige Postkarten: Salinen mit oder ohne Flamingos im Flug oder äsend, Stiere auch im Flug (über Abschrankungen in der Arena) oder grasend zwischen den Etangs, Sonnenblumen- und Lavendelfelder, Pferde mit Mähnen im Wind mit oder ohne Reiter, blumenumrankte Fenster in engen Gassen, Olivenbäume und -seifen und natürlich Strand und Meer bei jeder Tageszeit.
Nun hat der inzwischen ältere Herr mit seinen eigenen Händen den Laden umgebaut. Die enge Treppe ist weg und es gibt noch mehr Drehständer für Postkarten. „Im Winter habe ich ja sonst nichts zu tun“, meint er und freut sich, dass wir sein Werk rühmen. Ich beschliesse, dieses Mal von meiner Postkarten-App nur wenig Gebrauch zu machen und kaufe 20 Postkarten mit Flamingos im Flug oder äsend im Morgenlicht … siehe oben. Meine Tochter (2nd, female) hat sich um den zeitraubenden Markenkauf zur Post begeben, weil man meist in einer langen Schlange anstehen muss.
Auf dem Campingplatz frage ich nach dem Briefkasten. „C’est moi, la boîte aux lettres“, sagt der Mann an der Réception „die Leute haben un portable“. (Auf die Internetverbindung in dieser Region ist allerdings wenig Verlass).
Ich hoffe, dass der Mann mit den Postkarten nicht zu sehr in die roten Zahlen rutscht und wenigstens die Exemplare mit dem sonnenbadenden Mann, bekleidet mit nur zwei Sombreros, gut laufen. Wenn es nach meiner Enkelin geht (bald 11 J.), sieht die Zukunft dieser Ferienpost nicht so trüb aus, fliesst doch ihr Taschengeld hauptsächlich in den Kauf von Postkarten, und dann noch in eine geräumige Sammelschachtel mit Deckel.

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Netzwerk im Mondschein

Ernst Kreidolf, 1863-1956 : Cipripedium – Frauenschuh

Der Mond von Christian Morgenstern

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