vollmond im Februar

“Keine Ahnung, wieso ich darauf komme, aber glaubst du, Miraculix, dass es ausserhalb der Erde auch Leben gibt?”
“Die Antwort ist irgendwo da draussen, Asterix.”

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Eigentlich wollte ich heute ein Passevite kaufen. In der Haushaltabteilung, die den ganzen 4. Stock des Warenhauses einnimmt, fragte ich nach diesem Utensil. Es befinde sich am gegenüberliegenden Ende. Die Verkäuferin, durch meine Frage gestört im Gespräch mit einer Kollegin, spurtete los zwischen Gestellen und Tischen, hielt ungeduldig nach mir Ausschau, machte dann eine Armbewegung in die Runde: “Hier in Chromstahl” und eilte davon. Ich bücke mich zu einem der untersten Tablare, öffne eine Schachtel mit einer Minilotte für Fr. 49.90 und schaue mir das Modell in Chromstahl durch seine Plastikverpackung an, Fr. 99.90. Das Warenhaus, welches einen schweren Stand gegen den Onlinehandel hat, verliess ich dann mit einem Paar schwarzen Lederhandschuhen (70% Rabatt). Ich zog sie gleich an, denn Handschuhe werden, wie Mützen und handgestrickte Schals, im Unterland immer überflüssiger.

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Simone Veil

Nous sommes montés dans le train avec un pincement au coeur, mais sans s’imaginer un seul instant ce qui nous attendait.

Simone Veil in Doc de l’Actu, Ed. spécilale, 2017

Simone Veil, geb. 1927 in Nizza, überlebte Auschwitz, die Todesmärsche und Bergen-Belsen, während Bruder, Vater und Mutter getötet wurden. Sie war Gesundheits-, Familien- und Sozialministerin und die erste Präsidentin des Europäischen Parlaments.
2010 wird ihr für ihr politisches und kulturelles Lebenswerk, in dessen Zentrum das Wachsen und der Zusammenhalt Europas stehen, der Heine-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf verliehen.

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The visitors

Bild von Lindy Norton

Wolfsmond nennen die Algonkin den Jauar-Vollmond, lese ich, während Wolken den Blassen überfahren und aus dem angekündigten Himmelsspektakel trotz weitem Herauslehnen aus dem Fenster nichts wird.
(Nichts-Werden trotz Ankündigung ist in anderen Situationen erwünscht!)

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Edelweisse

Jedem auf dem Lebenspfad
Einen Freund zu Seite,
Ein zufriedenes Gemüte
Und zu stiller Herzensgüte
Hoffnung ins Geleite.

Johann Peter Hebel, 1760-1826

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Die etwas durchhängenden Äste unseres diesjährigen Christbaumes gehöre zu seiner Art, ist meine jüngere Tochter überzeugt und hängt noch eine weitere rote Riesenkugel – Geschenk von der katholischen Tamilienfamilie – in die untersten Zweige. Ich befürchte, dass der Baum ganz einfach überladen ist und platziere Silberstern und -engel aus der Provence sorgfältig in die oberen Regionen. Nächstes Jahr müssten Saturn und Astronautin etwas näher beieinander sein, sowie die türkis Kugeln und der Delphin. Pilze, kleine und grosse werden am Baum verteilt, auch die munzigen Fliegenpilzchen, eine Erinnerung an Herrn Hirsiger, der mir nach dem Tod seiner Frau den Weihnachtsschmuck vererbt hat.

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Regen

Nicht, dass früher alles besser gewesen wäre. Statt Regen, wie heute, gab’s Schnee. Früh morgens in der Eiseskälte gingen Vater oder Mutter voran, bahnten uns mit dem stupfen Besen – wisch, wasch, links rechts – einen Pfad, damit wir auf die Strasse und dann zur Schule kamen. Mir war es immer peinlich, wenn ich auftaute und sich unter mir eine Pfütze bildete. Aber anderen Kindern ging es auch so.

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Schenken
mit Joachim Ringelnatz

Schenke gross oder klein,
Aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
Die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
Was in dir wohnt
An Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
Dich reichlich belohnt.

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Wintersonnenwende. Die Tage werden wieder länger, schreibt meine ältere Tochter in den Familienchat.
Gerade hört es auf zu regnen und ein starker Wind kommt auf. Der Hauswart steigt aufs Dach, um zu prüfen, ob der Stern über dem 20. Stock den Windböen standhält oder ob er ihn “ablegen” muss.
Es ist wird ein Tag der warmen Stuben.

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Frage: Was machen Sie, wenn das Leben auf Ihnen lastet wie ein Mantel aus Blei? Wo gehen sie hin? Wo finden Sie Linderung?

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Das Jubeljahr zur ersten Mondlandung ist am Ausklingen. Die ForscherInnen der Uni Bern können es nicht lassen, den Geheimnissen im Weltall auf den Grund zu gehen.
Kein Wunder, dass bei so viel Neugier auch mal jemand von ausserhalb bei uns falsch parkt.

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Gerade habe ich meine erste Weihnachtskarte erhalten und erst noch mit einem 3027-Bethlehem-Sonderstempel! Diesen wird es in Zukunft im Dezember in unserem Quartier nicht mehr geben. Obwohl die Leute von weit her nach Bethlehem kommen und sich die Kisten mit den Weihnachtsbriefen füllen, hat die Post beschlossen, dieser “Tradition” ein Ende zu bereiten.

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Forst 1

Als ich dem Förster sage, dass wir nun schon den 10. Baum bei ihm im Forsthaus holten, lacht er und erinnert sich, wie er hier bereits als Elfjähriger vor Weihnachten Tannäste verkaufte. Zwischen den aufgetürmten Holzbeigen, -schnipseln,-brettern und jetzt natürlich den zahlreichen kleinen und grossen Christbäumen und Deckästen jeglicher Art, findet man im Weihnachtstrubel für einen Moment ein ruhiges Plätzchen. Es lohnt, sich etwas Zeit zu nehmen, den Duft der Nadeln und des Holzes einzuatmen, die einzelnen Bäume anzuschauen. Passt der in die vorgesehene Ecke, ist er nicht zu hoch, sind die Äste nicht zu dicht, damit die Kugeln frei hängen? Schön finde ich auch, den anderen Kunden und Kundinnen bei der Wahl ihrer Tannen zuzuschauen.

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Herr Rago steht mit tränenden Augen und ebensolcher Nase vor der Ärztin:
“Hier gebe ich Ihnen einen Nasenspray und die Tabletten gegen den Husten. Nehmen Sie abends zwei von den blauen und geben Sie Ihrer Frau auch eine, dann haben Sie Ruhe.”

Ich sitze in der Warteecke auf einem engen Kunstledersessel. Auf dem munzig kleinen Tischchen daneben liegt nicht etwa die heutige Tageszeitung, die darauf keinen Platz hätte, sondern ein munzig kleines schwarzes Büchlein. Ich blättere darin und mache schnell ein paar Fotos vom Text.
Später finde ich heraus, dass dieses Künstlerbüchlein 2003 28’000 mal verkauft wurde.
Und ich habe es verpasst, wie gestern das Morgenrot.

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Während ich an meinem Westfenster Kaffee trinke, verpasse ich dieses unglaubliche Morgenrot im Osten. Der Block macht einfach innen und aussen gerne auf Drama.
Um 08:18 schickt mir der Hausmeister dieses Foto:

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